Vorurteile und die erlebte Realität zum spanischen Jakobsweg «Camino Francés» im Juli 2025 durch Castilia y León und Galicien

Wegabschnitt zwischen Melide und Boente nachmittags am 20. Juli 2025 – nur Mitglieder unserer Gruppe sind zu sehen
In Spanien ist es im Juli zu heiss zum Pilgern
Der Jakobsweg «Camino Francés» liegt im Norden Spaniens. So war es in Galicien vom 14.-25. Juli 2025 sehr kühl, manchmal sogar kalt.
Im August folgte eine Hitzewelle. Es entstanden eine grosse Anzahl von Waldbränden in Galicien, die schlimmsten seit Jahrzehnten. Diese sind für die Einwohner viel schlimmer als für die Pilgernden. Diese Situation ist eine Ausnahme – nicht die Regel.
Spanien ist im Sommer dürr und kahl
In Galicien herrschte die Farbe Grün vor. Die Felder und Gärten ohne Bewässerungsanlagen waren ebenfalls grün. Viele Bächlein sprudeln und gurgeln entlang dem Weg.
Der Camino Francés ist überfüllt
Zwischen Villfranca del Bierzo und Santiago herrschte eine sehr friedliche und entspannte Atmosphäre. Einzig nach Portomarín war es vormittags während etwa 2 Stunden betriebsam. Nachmittags waren wir meist alleine unterwegs.
In Portomarín und Sarría startet ein Grossteil der Pilgernden, um die 100 km Weg für die Compostela vorweisen zu können. Eine neue Regelung seit anfang 2025 erlaubt das Vorlegen von mindestens 70 km irgendwo auf einem der Jakobswege in Spanien zusammen mit mindestens 30 km auf einem Weg ausserhalb Spaniens.
Die Hochsaison auf dem Pilgerweg ist im Mai.
Der Weg nach Santiago ist lärmig
Obwohl es auf den Jakobustag vom 25. Juli zu ging, war von überlautem Getriebe wenig zu spüren. Die Stadt war voller froher und entspannter Menschen.
Am Weg liegt viel Abfall
Mehrmals haben mich Pilgerinnen darauf angesprochen, wie sauber es entlang des Weges sei. Dies ist allenfalls einem Programm zu verdanken, bei dem Freiwillige entlang des Weges Abfall einsammeln. Der Effekt kann sein, weniger Abfall liegen zu lassen.
Es gibt immer mehr «Turigrinos»
Das stimmt. Junge, fitte Menschen lassen sich ihr Gepäck in Koffern verpackt von Herberge zu Herberge per Taxi schicken. Unterwegs sind sie in eleganten Kleidern mit einem leichten Tagesrucksack.
Sie lassen sich das Erlebnis entgehen, wie befreiend und erkenntnisreich es ist, alles in einem Rucksack tragen zu können, was zum Leben nötig ist. Dass ein solcher Transport für Pilgernde mit gesundheitlichen Problemen angezeigt ist, ist hingegen klar.
Fazit
Das Pilgern auf dem Camino Francés durch Galicien ist auch im Sommer eine herrliche Sache.
Josef Schönauer, pilgern.ch

Mystische Morgenstimmung zwischen Triacastela und Sarría am 17. Juli 2025 – zu sehen sind Mitglieder unserer Gruppe


