Werdegang der Stadt Santiago de Compostela

Kathedrale Santiago de Compostela

Kathedrale in Sanitiago de Compostela

Die Stadt Santiago de Compostela verdankt ihren Namen dem heiligen Jakobus dem Älteren. Sant – Iago heisst übersetzt heiliger Jakobus. Dies kam darum so, weil dort wo Santiago steht, das Grab des hl. Jakobus vermutet und verehrt wurde und bis heute wird. Rein historisch liegen diese Zusammenhänge klar erkennbar vor, andererseits verlieren sie sich in den Welten von Legenden. Legenden springen immer dort ein, wo etwas Grosses ausgesagt werden möchte, das sich nicht mit objektiven Massstäben und Betrachtungsweisen erschliessen kann. Ihre Wahrheit ist nicht eine ‘Tagesschau-Wahrheit’. So wie ein ‘Verliebtsein’ nicht mit Messgeräten und objektiven Urteilen begriffen werden kann, so ist es auch mit dem Gehalt von Legenden.

Wie das Grab des Apostels Jakobus gefunden wurde

Über die Zeit zwischen dem gewaltsamen Tod von Jakobus bis zur Entdeckung des Grabes finden sich keine Informationen.
Im 9. Jahrhundert aber wurde diese Stille plötzlich unterbrochen und eine grosse Bewegung ausgelöst, die bis in unsere Tage anhält.

Zwischen 812 und 824 beobachtete der Eremit Pelayo ein sonderbares Licht über einem Feld (lat. campus). Diese Erscheinung wie von einem Stern (lat. stella) wiederholte sich die folgenden Nächte. Pelayo informierte den Bischof von Iria-Flavia darüber. Der Bischof Teodomiro wollte es genauer wissen. Er ging zu der Stelle auf einem Hügel – dort wo heute die Kathedrale von Santiago steht. Er liess in die Erde graben und fand ein Grab mit sterblichen Überresten. Es war für ihn klar, dass dies das Grab des Apostels Jakobus war. Dies war die Geburtsstunde für den Ort ‘Santiago de Compostela’ – ‘hl.Jakobus vom Sternenfeld’.  Diese Legende zieht Parallelen zur Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums in Kapitel 2. Dort finden die Weisen aus dem Morgenland den neugeborenen Jesus anhand eines besonders leuchtenden Sternes.

Der Bischof Teodomiro liess an der Fundstelle um 820 eine Kirche bauen. Der Ruf von der Auffindung des Apostelgrabes verbreitete sich in Windeseile in die Länder des heutigen Europa. So wurde bereits 860 in einem Martyrologium in der Stiftsbibliothek St.Gallen die Auffindung des Apostelgrabes vermerkt. Neben die bereits tradionsreichen Pilgerorte Jerusalem und Rom trat neu Santiago de Compostela.

Die weitere Geschichte von Santiago habe ich hier zusammen gefasst.

Santiago de Compostela und die Weltgeschichte

Ein wichtiger Faktor ist die damalige Zeitgeschichte. Seit gut hundert Jahren wurde die iberische Halbinsel von Süden her durch arabische Machthaber mehr und mehr besetzt und regiert. Im Norden von Spanien blieben christliche Reiche bestehen, so vor allem das Land Asturien. Das Apostelgrab lockte weltliche und kirchliche Amtsträger nach Nordspanien. Der Jakobsweg etablierte sich. Bestimmt wurden damit die nördlichen Reiche gestärkt. Die Reconquista – die Rückeroberung der südlichen Reiche von Spanien – war bereits im Gang, seit sich 722 die asturische Wehrmacht über die maurische Armee durchsetzte.

Noch 977 wird die Kathedrale von Santiago durch Truppen des Kalifats von Cordoba zerstört. Dieses wiederum zerfiel bis 1034. Illustriert wird dies dadurch, dass die Glocken der Kathedrale 977 nach Cordoba abtransportiert und nach dem Fall des Kalifats wieder zurück nach Santiago gebracht wurden.

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