FAQS – Fragen zum Pilgern auf dem Jakobsweg

Ratgeber-Sendung von Radio SRF1: wie bereite ich mich vor? – Podcast

Die folgenden Themen – sowohl FAQS – Fragen wie Antworten – sind alphabetisch angeordnet. Ein Klick auf das Thema verbindet zum entsprechenden Inhalt.
Es geht um die üblichen Fragen rund um das Pilgern und kurze Antworten dazu.


AnreiseDauerDistanzenFahrradFinanzenFrau alleineGepäckGepäcktransportHeimreiseHundInfosJahreszeitenPferdPilgerpassReiseführerSchuheSpracheStartStempelTageszeitUnterkünfteWanderkarten meine Frage


Anreise

Fast jede Destination ist per Bahn und Bus erreichbar. Meine Empfehlung: ab der Schweiz per Bahn oder Bus. (ökologisch, dem Pilgern entsprechend – Stichwort ‘Verlangsamung’)
Anreise aus Deutschland und Oesterreich oder von weiter her per Bahn, Bus oder Flugzeug. Angaben zu Reiselinien finden sich in der Linkliste. Buslinien: Touring Eurolines (D, OE, CH) oder ALSA-Eggmann (CH). Bahnauskünfte international inklusive Busse  zeigen www.db.de und www.sbb.ch .

Anreisebeispiele für einige Startorte:

Bahn-Tickets für bestimmte Strecken in Frankreich können nur über SNCF gekauft werden. Ein andere Möglichkeit besteht unter: https://de.trainline.ch/. Hier werden auch Sparpreise angeboten.

o Le Puy-en-Velay:
Anreise per Bahn via Genf, Lyon, St.Etienne. Manchmal fährt für eine Teilstrecke ein Bus. Fahrplan siehe unter www.sbb.ch. Reisedauer von St.Gallen bis Le-Puy-en-Velay ca 9 Std.

o St.Jean-Pied-de-Port:
Anreise per Bahn oder Bus via Bayonne oder Irun.
BUS: Zürich-Bern-Genf-Bayonne – Fahrplan und Online-Buchung mit Eurolines.
Dann Bus von Bayonne nach St.Jean-Pied-de-Port.
Fahrplan siehe unter: www.sbb.ch
BAHN: Fahrplan www.sbb.ch
FLUG: nach Bilbao (Swiss einfach ab Zürich, Lufthansa). Dann Bus nach St.Jean-Pied-de-Port. Fahrplan siehe unter: www.sbb.ch

o Somport-Pass: per Bahn nach Pau, weiter nach Oloron-Sainte-Marie. Von dort per Bahn und oder per Bus zum Col-du-Somport (Somport-Pass, Douane). Ab Oloron fährt herkommend von Pua eine Bahn bis Bedous: (09:52 / 14:28 / 18:16) Dort umsteigen auf den Bus.
Ab Oloron fährt ein Bus täglich direkt zum Somport-Pass (Fahrplanstand: Mai 2019): 13:10. Dauer: ca. 1,5 Std. Kosten: ca. 10 Euros.

Fahrplan: Bus-Fahrplan
Achtung: es gibt Busse, die nicht auf die Passhöhe fahren, sondern durch einen Tunnel darunter hindurch.

o Bilbao: per Bus ab Hamburg, München etc. (Fahrplan und Reservationen), mit Swiss ab Zürich direkt mit einfachem Linienflug.

o Pamplona: Anreise direkt per Bahn, per Flug via Bilbao plus Bus.

o Burgos oder andere Orte am Weg: Burgos, Leon, Ponferrada, Villafranca del Bierzo sind per Bahn oder internationalem Bus direkt erreichbar. Busfahrplan siehe unter Eurolines.
Per Flugzeug empfiehlt sich ein Flug nach Madrid. Von dort der Bus nach Burgos oder die anderen Ortschaften. Fahrplan siehe unter ALSA.
Nach Madrid ist ab der Schweiz meist die Swiss am Günstigsten www.swiss.ch

o Porto:
per Bus ab Zürich: Eurolines (einfach ca. 110 Euros)


Dauer

Ab St.Gallen wird meist mit ungefähr drei Monaten für den Weg bis Santiago/Finisterre gerechnet; ab Le Puy ungefähr mit 8 Wochen, ab St.Jean-Pied-de-Port  mit 5 Wochen. Pro Tag ist ein Durchschnitt von 25-30 km gut rechenbar.
Natürlich kann alles schneller gemacht, gerannt, absolviert (man beachte die Bedeutung dieser Verben!) werden – aber ist dies der Sinn des Pilgerns?


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Distanzen

Länge von Jakobswegen

Streckenabschnitt Distanz Quelle
Rorschach – St.Gallen – Genf ca 454 km jakobsweg.ch
Genf – Le Puy ca 350 km outdoor
Le Puy – Roncesvalles ca 760 km Rother
Roncesvalles – Santiago de Compostela ca 770 Rother
Santiago de Compostela – Finisterre ca 90 km Rother
     
Arles – Col de Somport ca 740 km chemindecompostelle
Col de Somport – Santiago de Compostela ca 850 km chemindecompostelle
     
Vézélay – Roncesvalles ca 900 km chemindecompostelle
Tours – Roncesvalles ca 680 km chemindecompostelle
Paris – Tours ca 280 km

Fahrrad: Ist es möglich den Weg mit dem Mountainbike, dem Fahrrad, dem Rennvelo zu befahren?

Dies ist möglich – allerdings nicht immer auf dem wirklichen Weg. Siehe dazu unter der Linkliste die Berichte. Einige möchten nach der Fahrrad-Pilgerreise den Weg auch zu Fuss kennen lernen, weil es per Fahrrad zu schnell gegangen ist. Für andere ist es die perfekte Art. Besonders auch, wenn körperliche Probleme das Gehen zu Fuss mit Rucksack verhindern.
Das Fahrradpilgern gehört wie zu Fuss oder zu Pferd/Esel zu den anerkannten Arten in Santiago.

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Finanzen: Wieviel Geld brauche ich auf dem Pilgerweg?

Diese Frage gleicht derjenigen nach dem Wetter. Ansprüche und Vorstellungen sind da sehr verschieden. Ich kann in der Schweiz gut mit Fr. 40 pro Tag auskommen. Andere meinen, dass sie es nicht unter Fr.100 schaffen. In Frankreich kostet eine Übernachtung in einer Gîte ungefähr 12 Euros, ein Menü-Essen ebensoviel. In Spanien kostet die Pilgerherberge (refugio) zwischen undefiniert, weil auf Spendenbasis (kirchliche und öffentliche), bis 10 Euros (private), das Essen ungefähr 10 Euros. Eine Pilgerin, die meist aus dem Rucksack isst, braucht bedeutend weniger, als ein Pilger, der jeden Tag ins Restaurant essen geht.


Als Frau alleine auf dem Jakobsweg: geht das?

Prinzipiell gilt: das geht sehr gut. Fakt ist, dass sehr viele Frauen jeden Alters alleine auf den Jakobsweg gehen, sei es in Deutschland, in der Schweiz, in Frankreich und in Spanien. Es ist klar, dass die üblichen Vorsichtsregeln gelten, die auch zuhause gelten. Es sind nicht nur Engel unterwegs.
Spanien verbinden viele mit Südspanien oder den spanischen Inseln, wo der Strandtourismus mit seinen Auswüchsen lebt. Der klassische Jakobsweg, der camino francés, verläuft durch Nordspanien. Dieses ist anders geartet. Auf den Jakobswegen bis Le Puy gibt es sehr viele einsame Strecken. Die einen suchen genau das, andere möchten lieber in losem Verband mit anderen Pilgerinnen und Pilgern unterwegs sein. Dies ist ab Le Puy durch Frankreich und in Spanien sehr gut möglich. Die Weggemeinschaften bilden sich spontan. Es bleibt immer die Freiheit, am nächsten Tag wieder alleine weiter zu gehen, respektive schneller oder langsamer zu pilgern oder eine andere Etappenwahl zu treffen.
Berichte von Frauen, die alleine auf dem Jakobsweg unterwegs waren, finden sich hier: www.pilgern.ch/links/erfahrungsberichte/


Gepäck: Was muss ich auf den Weg mitnehmen?

Erste Antwort: möglichst wenig. Alle nehmen anfangs zu viel mit, das ist normal. Mit der Zeit wird klar, was überflüssig ist. Ein Paket mit Überflüssigen nach Hause zu schicken gehört fast zu jeder Pilgerreise. 
Empfehlenswert ist ein Rucksack mit ca 8kg Gepäck. Wer mit Zelt pilgert, muss natürlich mit mehr Gewicht rechnen.
Zur Anregung meine Packliste für den Jakobsweg zum Ausdrucken.
Medikamente in der Reiseapotheke.


Gepäcktransport

wir hätten gerne einen Gepäcktransport so alle 4-5 Tage. Ist das möglich und wenn ja, an wen kann ich mich da wenden?
In der Schweiz bieten dies Organisationen für Gruppen-Pilgerreisen an. Dies gilt auch für Frankreich und Spanien. In Frankreich und Spanien sind Anbieter von Gepäcktransporten für Einzelpilger zu finden. Dies ist für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen hilfreich. Für die anderen gilt: hier ist wieder mal die Frage angebracht, was verstehe ich unter pilgern.


Heimreise – Rückreise

Ab Santiago de Compostela fahren die ALSA, Eurolines und andere Busgesellschaften in viele Ortschaften der Schweiz, von Deutschland und Österreich. Die Fahrt kann relativ spontan und online oder beim Busbahnhof gebucht werden.
Dasselbe gilt für die Bahn. Sie bietet auf bestimmten Teilstrecken Nachtzüge an. Tickets können über trainline gebucht werden.
Grosser Vorteil der Bus- und Bahnreise: längere Fahrzeit und mehr Zeit zum Ankommen zuhause, dem Pilgern angepasste, entschleunigte Reiseart. Sie ist zudem ökologisch gut vertretbar. Und: die Heimreise muss nicht schon vor der Pilgerreise terminiert werden, was dem ruhigen Pilgern sehr entgegen kommt.
Nachteil: die Bahn ist meist teurer. 
Flüge ab Santiago oder Madrid bieten verschiedene Gesellschaften an, so auch die Swiss mit Einfachflügen jeden zweiten Tag.
Innerspanisch lässt sich sehr bequem mit den Linienbussen reisen. Siehe ebenfalls bei ALSA.

Rückreise ab Conques: Die Bahnreise in die Schweiz führt normalerweise über Paris. Seit einiger Zeit besteht die Möglichkeit, per Bus nach Le Puy zurück zu fahren. Ab dort ist die Rückreise ebenso einfach wie die Anreise (St.Etienne, Lyon, Genf oder St.Etienne, Basel). Fahrplanbeispiel Stand Okt. 2019: Conques ab 08:30, Le Puy an 12:00, Le Puy ab 12:36, Zürich an 20:28. Tarif für den Bus von Conques nach Le Puy: 35 Euros. Webseite für den Bus


Hund: Kann ich meinen Hund mitnehmen?

Das ist eine eher schwierige Frage. Der Hund muss gut trainiert sein, da auch für ihn eine Tagesetappe lang werden kann.
Es ist gut zu überlegen, ob man sich die Zeit der Pilgerreise für sich persönlich nehmen möchte. Der Hund an der Seite benötigt die entsprechende Aufmerksamkeit.
Die meisten Pilgerherbergen akzeptieren keine Hunde, da die Räumlichkeiten dafür  aus hygienischen Gründen nicht geeignet sind.


Infos: Wo könnte ich mich noch informieren?

Die schweizerische Gesellschaft der Freunde des Jakobsweges, resp. die österreichischen oder deutschen Gesellschaften sind behilflich für Fragen, sofern man Mitglied ist oder es wird.
Es lohnt sich auch, in Ruhe diese Linkliste durchzublättern. 
Es gibt in verschiedensten Regionen der Ostschweiz einen Pilgerstamm. An diesem treffen sich erfahrene und neue Pilgerinnen und Pilger. Dort können Fragen an Ort und Stelle besprochen werden.
Für die Ostschweiz siehe unter Pilgerherberge Sankt Gallen.


Jahreszeiten: Welches ist die beste Zeit für die Reise?

Für den spanischen Jakobsweg gilt: das Wetter ist vergleichbar mit dem Schweizer Wetter, da der Weg durch den Norden zieht.

Sommer: meine persönliche Lieblingszeit auch in Spanien, lange Tage, gutes Wetter, trockene Rastplätze. Wenig Gepäck nötig.
Frühling: es kann kühl und nass sein. Im Mai sind sehr viele Leute unterwegs (vor allem in Frankreich ab Le Puy). Die Landschaften sind dafür schön.
Herbst: gute Zeit, aber kürzere Tage.
Winter: kurze Tage. Haupthindernisse sind der Schnee und die Kälte. Dieser kann in der Schweiz auf der Haggenegg (1414 m) zwischen Einsiedeln und Schwyz, in Frankreich zwischen Le Puy und Conques, oft auf 1200m Höhe, in Spanien auf den Pyrenäenübergängen und in Galicien auf dem Rabanal- resp. Cebreiro-pass hinderlich sein.

Hindernisse wie Regen, Nebel, Kälte sind unregelmässig wie eben das Wetter ist und können nicht auf einen bestimmten Zeitraum fixiert werden.
Ein Hitzetag kann durch Anpassen der Wanderzeit oder Siesta gut gestaltet werden.


Pferd: Kann ich per Pferd, Esel, Maultier nach Santiago pilgern?

Die ursprünglichen Pilgerarten waren: zu Fuss und zu Pferd. In moderner Zeit ist das Fahrrad hinzugekommen. Hilfen finden sich unter der Linkliste mit konkreten Berichten: Links . Ich habe von mehr Leuten gehört, die es per Pferd wegen allerlei Problemen nicht geschafft haben als umgekehrt. Ausser es wird ein riesiger logistischer und organisatorischer Aufwand betrieben (Futter, Übernachtung etc.) oder es steht sehr viel Zeit zur Verfügung. Die Frage ist dann wieder mal: für was, resp. für wen pilgere ich? 
Mein bissiger (aber nicht böse gemeinter) Kommentar: ja sie können per Esel gehen, wenn sie bereit sind, ihn manchmal mitzutragen.

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Pilgerpass: Was hat es mit dem Pilgerpass auf sich? Braucht man den wirklich und wofür ist er nützlich?

Der Pilgerpass, auch genannt Pilgerausweis (früher manchmal Pilgerbrief), ist in der Schweiz für die Pilgerherbergen in Märstetten, Rapperswil, Heitenried und St.Gallen nötig. Bestellung Pilgerpass.
An gewissen Orten am Weg verhilft er zu reduzierten Preisen (Stiftsbibliothek St.Gallen, Textilmuseum St.Gallen, Hotel Lake Geneva Versoix). In Frankreich gilt dasselbe.
In Spanien ist er unerlässlich als Eintrittskarte für die Pilgerherbergen. 
In den Unterkünften oder in gewissen Kirchen, Kapellen und Klöstern kann ein Stempel in den Pilgerpass eingetragen werden.
Viele belächeln zu Beginn dieses Dokument. Mit der Zeit aber wird der Pilgerpass ein liebgewonnenes Tagebuch anhand der Stempeleinträge.
Ausführliche Informationen dazu und wo er erhältlich ist, siehe hier.


Reiseführer: Gibt es einen für die ganze Strecke? Welchen würden Sie mir empfehlen?

Es gibt kein Buch für alle Länder.
Die gebräuchlichsten Reiseführer-Bücher zum Jakobsweg von der Ostschweiz bis Spanien sind hier aufgelistet und vorgestellt.


Schuhe: Welche Schuhe sind die besten?

Es können gute feste Turnschuhe sein, andere schwören auf Wanderschuhe (ich auch), wieder andere lieben Trekkingschuhe, einige gehen in Sandalen.
Auf alle Fälle soll es mir im Schuh richtig wohl sein. Da das Gewicht des Rucksackes dazu kommt, lieben viele Füsse einen festeren Halt.
Ein wichtiger Faktor ist die Jahreszeit. 
Wichtig für alle Schuhe: eine Nummer grösser als üblich ist meist nötig, da die Füsse nach einigen Tagen ‘wachsen’.
Gibt es nicht genug Platz im Schuh, entstehen Blasen, was ja nicht nötig ist.


Sprache: Muss ich für den spanischen Weg Spanisch sprechen können?

Die Sprache sollte in Spanien generell kein Problem sein. Deutsch, Französisch oder Englisch kann man in Spanien immer wieder hören und sprechen. In vielen Situationen ist man auf dem Pilgerweg nicht allein, sodass sich bald jemand zum Übersetzen findet. Und: mit ‘Händen und Füssen’ kommt man beim Sprechen viel weiter als man zuhause denkt. Nach wenigen Tagen weiss man die gängigsten Worte und Satzteile anzuwenden. – Aber: warum nicht vorher einen kleinen Sprachkurs besuchen? Schaden tut’s bestimmt nicht. Das gleiche gilt für Frankreich.
Hier für den Rucksack: spanische Worte zum Pilgeralltag.


Start: nicht zuviel aufs Mal…!

Nicht nur Schriftsteller wie Andrea Schwarz oder Hape Kerkeling sind zu schnell gestartet und haben dafür viele Tage mit Knie- oder anderen Schmerzen gebüsst.
Vor allem beim Start in St.Jean-Pied-de-Port ist es leicht, sich bis Roncesvalles zu viel zuzumuten. Ich empfehle einen Zwischenhalt in der Gîte in Huntto (1,5h) oder der Herberge Orisson . Diese Strecke kann gut nach Ankunft am Nachmittag noch bewältigt werden. Ein Telefonanruf ‘hinauf’ kann vom Pilgerbüro aus gemacht werden. 
Der Kopf muss beim Start helfen zu bremsen – denn es ist gefühlsmässig leicht, sich am ersten Tag für immer weiter zu entscheiden – der Körper dankt es in den kommenden Wochen, wenn die ersten drei Tage bedächtig angegangen wurden. Es braucht mindestens drei Tage, bis sich die Muskeln an das lange Gehen und Tragen gewöhnen können.
Meine Empfehlung: die ersten drei Tage nicht mehr als 16 km gehen – danach geht es gut bis 25 km und mehr.


Stempel für den Pilgerpass? Wo bekomme ich sie? Gibt es ein Verzeichnis?

Der Stempel im Pilgerpass soll anzeigen, an welchem Ort man an welchem Datum vorbei gegangen ist. Es genügt ein Stempel pro Tag. Es ist also auch möglich, den Stempel des Übernachtungsplatzes zu erfragen (Pension, Herberge, Hotel).
Schweiz: Es gibt immer mehr Kirchen, in denen ein Stempel aufliegt. Die Klöster führen einen Stempel an der Pforte.
Frankreich: jede Gîte (Herberge) hat einen Stempel.
Spanien: jede Pilgerherberge und viele Kirchen am Weg haben einen Stempel. Anhand der Stempel kann ein Herbergsleiter leicht beurteilen, ob jemand, der/die um Aufnahme in die Pilgerherberge bittet zu Fuss oder per Auto unterwegs ist. Für die letzten 100 km in Spanien empfiehlt es sich, zwei Stempel pro Tag einzuholen.
Verzeichnisse für Stempelorte gibt und braucht es also nicht.
Das Pilgerbüro in Santiago interessiert sich nur für die Stempel der letzten 100 km, um die Berechtigung für die Compostela abzulesen.
Stempelorte in St. Gallen.


Tageszeiten zum Pilgern

nachts pilgern

es ist nicht nötig, frühmorgens mit Taschenlampe zu starten.
Quelle: Matas Grecevicius, VilniusFür mich

In vielen Blogs wird geklagt, dass man in Spanien möglichst früh starten muss, um noch rechtzeitig ein Bett zu kriegen.
Am Zielort ist dann die Herberge noch geschlossen. Es herrscht Langeweile und Anstehen in einer Kolonne.
Danach legen sich viele bereits kurz nach Mittag zum Schlafen.
Ich meine, das muss nicht sein.

Für mich halte ich mich an folgende Regel: etwas später, sicher aber erst nach Sonnenaufgang, starten als der grosse Rest. Die Ankunft auf etwa 16-17 Uhr ansetzen. Dann ist am Ankunftsort Ruhe eingekehrt und es gibt immer ein Bett – oder eine Ausweichmöglichkeit. Dies kombinieren mit dem Aufsuchen von Unterkünften, die sich nicht in den Etappenorten befinden, die von den Pilgerführern als solche bezeichnet sind.

 


Unterkünfte: Wie steht es mit den Herbergen?

Für alle gilt: die Pilgerherbergen sind viel besser und komfortabler als ihr Ruf (z.B. im Buch von Kerkeling). Im Gegensatz zu einem Hotel werde ich mit Kontakten und Infos versorgt, kann meist meine Wäsche waschen, habe oft Internetanschluss und bin gut aufgehoben.

In der Schweiz:
Es gibt eigentliche Pilgerherbergen, die nur für Pilgerinnen und Pilger zur Verfügung stehen. Ein Beispiel ist die Pilgerherberge Sankt Gallen.
Auch vereinzelte Klöster nehmen Pilgerinnen und Pilger auf (Wattwil, Einsiedeln).
Das ‚Schlafen im Stroh’ ist ebenfalls eine gute und kostengünstige Möglichkeit. Dazu gibt es einfache Gasthäuser, private Unterkünfte und Jugendherbergen.
Listen von Unterkünften führen die Schweizerische Vereinigung der Freunde des Jakobsweges und der Verein jakobsweg.ch.

In Frankreich:
Der Jakobsweg wird entlang eines Fernwandernetzes geführt (GR65). Darauf sind in guten Abständen sogenannte ‘Gîtes d’étapes’ anzutreffen. In diesen Wanderherbergen kann man sowohl übernachten wie meist auch gut essen.

In Spanien:
dort sind die klassischen Pilgerherbergen in grosser Anzahl neu eingerichtet und aufgebaut worden. EinzelpilgerInnen finden immer, auch im Sommer, eine Unterkunft – vielleicht nicht genau diejenige, die sie sich in den Kopf gesetzt haben. Die Leute am Ort helfen meist sehr spontan weiter. Normalerweise ist keine Reservation möglich.  Es macht daher und aus anderen Gründen keinen Sinn, schon zuhause auszurechnen, wo man übernachten wird.

Für alle Pilgerherbergen gilt: als PilgerIn bin ich Gast, nicht König (wie in einem Hotel)! Viele Herbergen werden von ehrenamtlichen Leuten (hospitalero/a) betreut. Für sie ist es schlimm, wenn Leute in der Haltung daher kommen, alles sei selbstverständlich und dies möglichst gratis.  Als Gast freue ich mich über eine Aufnahme, muss aber auch damit rechnen, dass es keinen Platz hat, resp. dass Regeln bestehen, denen ich mich zu fügen habe, obwohl sie nicht sofort einsichtig sind. (z.B. Zeit für das Lichter löschen).


Wanderkarten: Von wo bekomme ich sie und welche brauche ich?

Es braucht auf dem ganzen Weg ab der Ostschweiz keine Landkarten (überflüssiges Gepäck). Die Wege sind in der Schweiz durchgehend markiert, in Frankreich noch besser und in Spanien sehr dicht. Man bemerkt schnell, wenn etwas nicht mehr stimmt.
Dies gilt nicht unbedingt für Nebenrouten wie z.B. via Lourdes. Dort kann eine Karte hilfreich sein. 
Empfehlenswert sind die Pilgerführer, die in knapper Form die Ortschaften bezeichnen.
Wer es nicht lassen kann, ohne Karten auf den Weg zu gehen, bekommt für die Schweiz solche bei Buchshop der Vereinigung der Freunde des Jakobsweges. Dort ist auch eine Wanderkarte zum Camino francés in Spanien erhältlich.


Meine Frage kommt hier nicht vor

Ich bin gerne bereit, auf spezifische Fragen eine Antwort zu geben. Mailadresse.
Wer mehrere Fragen besprechen möchte, kann sich bei mir für eine Beratung gegen einen leichten Unkostenbeitrag melden.

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