19. – 24. Juli: Ourense – Santiago de Compostela
Di 19.07.22: Reisetag Santiago de Compostela – Ourense, ca. 110 km
Am frühen Morgen landet die Maschine von Edelweiss-Air in Santiago mit Elisabeth als Passagierin. Wir reisen per Bus nach Ourense. Ab dort werden wir den Camino-Sanabres begehen.
In Ourense befindet sich eine schöne Kathedrale. Sie beherbergt ein Portico de la Gloria, das sehr stark fast wie eine Kopie an diejenige von der Kathedrale in Santiago erinnert. Besonders fällt eine Skulptur auf, die Maria als Mädchen zusammen mit ihren Eltern Anna und Zacharias zeigt.
Ourense hat viele Thermalbäder. Wir logieren in einem Hotel mit Thermalbad.
Mi 20.07.22: 34. Pilgertag Ourense – Cea, ca. 22,5 km
Der Camino Sanabrés ist das Ende der Via Plata. Diese beginnt in Sevilla und führt meist nach Ponferrada. Beim Ort Granja de la Moreruela zweigt der Camino Sanabrés in direkter Richtung nach Santiago via Ourense ab. Bis Santiago sind es ca. 110 km.
Es ist eine schöne Strecke zum Pilgern. Nach einem anfänglichen Strassenstück folgt der Weg fast durchwegs durch Wälder. Eine Gruppe von 113 Jugendlichen sind auf gleicher Höhe am Pilgern wie wir. Der ausführliche Name des Ortes heisst San Cristóbal de Cea. Wir übernachten in der Pilgerherberge.
Do 21.07.22: 35. Pilgertag Cea – Botos, ca. 29 km
Wir starten früh, nachdem ein Wecker eines anderen Pilgers uns aufgeweckt hat. Ein besonderes Erlebnis ist die Begegnung mit einem ziemlich grossen Wildschwein, das einen Bach überquert und vor uns flüchtet. Einzelne Pilgernde sind auch unterwegs, so ein Paar aus Oxford. In Botos beziehen wir ein Zimmer in einem Hostal.
Fr 22.07.22: 36. Pilgertag Botos – Bandeira, ca. 20 km
Tag der hl. Maria Magdalena.
Wir stehen späte auf als sonst. Der Himmel ist bedeckt und es ist kalt.
Die Wege sind sehr schön und führen auch wieder durch Wälder auf befestigten Strassen. Es sind wohl noch römische Strassen dabei.In Silleda essen wir zu Mittag und haben es mit der Serviertochter lustig. Das Laufen geht locker. Immer wieder begegnen wir einzelnen Pilgerinnen und Pilgern. Wir übernachten in einem Hostal. In Bandeira wird das Empanada-Fest begangen. Das ist in Galicien an vielen Orten verbreitet.
Sa 23.07.22: 37. Pilgertag Bandeira – O Susana, ca. 30 km
Das Fest dauerte bis in die frühen Morgenstunden hinein. Im Zimmer gab es Mücken. Den Kaffee zum Start erhielten wir im Dorf. Es ist kühl unterwegs. Die Farbe Grün kommt oft vor, alte Wege mit Steinunterlage und Alleen. Eine 4-er Gruppe holt uns auf. Antonio aus Portugal startete in Sevilla.
Der Pico Sacro ist nun nahe und wir gehen zu ihm hinauf. Ab dort sind die Kathedraltürme in Santiago sichtbar.
Sie übernachten in der Herberge neben der Jakobskapelle. Wir in der Herberge Reina Lupa an der Strasse. Nach Santiago sind es nur noch etwa 8-10 km.
So 24.07.22: 38. Pilgertag O Susana – Santiago de Compostela, ca. 10 km
Wir starten ohne Frühstück durch eine schöne Landschaft. Die Wege kommen mir unbekannt vor, obwohl ich sie in umgekehrter Richtung und auch in dieser Richtung schon gegangen bin. Begegnung mit Ricardo aus Mexiko und den anderen der Gruppe. Sie bleiben in der Herberge vor dem Pico Sacro.
Die Ankunft in Santiago ist eindrücklich. Tränen. Eine Frau unterbricht uns, weil sie Fotos von sich möchte.
Vor dem Parador ist ein Heidenlärm von sinnloser Protestaktion.
Im Pilgerbüro begrüsst mich Maria, mit der ich schon zusammen gearbeitet hatte. Alles geht ruhig von statten. Wir beziehen ein Zimmer in der Pension Estrela. Für die Pilgermesse in der Kathedrale steht eine Riesenkolonne an. Wir besuchen das Jakobus-Grab. Dort denke ich an die Leute, die mich gebeten haben, für sie in Santiago zu beten.
Eine lange Zeit verbringen wir im Café Literario am Quintana-Platz und schauen dem Festbetrieb zu. Die Giganten ziehen herum. Auf dem Riesenrad in der Alameda ist die Aussicht auf die Kathedrale und die Stadt prächtig. Die Lampe auf dem Glockenturm brennt, weil es ein heiliges Jahr ist.
Gegen Mitternacht wird das obligate Feuerwerk zum Jakobustag entzündet. Wir betrachten es ab dem Alameda-Park. Es ist viel Polizei und Militär präsent.
Mo 25.07.22: Ruhetag und Festtag in Santiago de Compostela
Um 08 Uhr besuchen wir die deutschsprachige Messe der Pilgerseelsorge. Danach das Frühstück in der Hospedería San Martín de Pinario. Bei der Pilgermesse wird König Felipe anwesend sein. Wir betrachten den Auszug aus der Kathedrale. Es bewegt mich sehr, dabei zu sein und Felipe mit Laetizia zu sehen. Um 16, 17, 18 Uhr finden Pilgermessen statt. Wir stehen für 18 Uhr an. Es klappt trotz der langen Kolonne. Leider wird der Botafumeiro nicht geschwungen. Mir tun die jungen Pilgerinnen und Pilger leid, die sich darauf freuten.
Am Abend haben wir Montse getroffen. Sie freut sich sehr und umarmt uns. Ich soll doch wieder zum Pilgerbüro kommen um dort zu arbeiten…


