Fr 29.07.22: Reisetag Noia – Finisterre
zum Frühstück begegnen wir Mari-Carmen wie abgemacht in der Stadt. Ein feines Gebäck wird serviert. Mari-Carmen und Christian bieten uns an, nach Finisterre zu fahren. Unterwegs besuchen wir Muros und den Wasserall von Ezaro, der sehr berühmt ist. Sie sind wirklich eindrücklich.
Das Mittagessen genehmigen wir in Finisterre.
Wir bekommen ein Zimmer mit einer Dachterrasse. Wir besuchen den Strand. Es ist kühl und stürmisch.
Sa 30.07.22: Ruhetag in Finisterre
Wir besuchen das Fischereimuseum und geniessen ansonsten den Ort.
Vinzenzo, den wir vom Weg her etwas kennen, geht auf den Bus nach Santiago. Die Pilgerreise löst sich langsam auf.
So 31.07.22: Ruhetag in Finisterre
Wir besuchen den Strand Mar de fora auf der gegenüberliegenden Seite des Dorfes Finisterre. Es sind wunderbare Farben zu sehen. Nur wenige Leute sind an jenem ziemlich wilden Strand mit viel Sand.
Zum Sonnenuntergang buchen wir eine Bootsfahrt zum Kap Finisterre hinaus. Knapp sind die Schwanzflossen von Delphinen zu sehen. Wunderbare Stimmung auf dem Meer.
Mo 01.08.22: Reisetag von Finisterre nach Coruña
Per Bus erreichen wir nach ca. 2 Stunden Fahrt A Coruña. Wir kommen im Hostal Crystal unter. Es ist eine grosse Stadt. Wir besuchen die Altstadt und den Hercules-Leuchtturm. Am Strand ist viel Betrieb von Badegästen. Zurück auf dem Hauptplatz im Zentrum sehen wir zu unserer Überraschung James Blunt, wie er auf der Bühne am Proben ist – ganz alleine mit Gitarre und kurzen Hosen spielt er vor sich hin. Ein Konzert am Abend ist angesagt. Wir meinen, dazu Tickets besorgen zu müssen. Bis wir herausfinden, dass es ein Gratis-Konzert sein wird. Wir besuchen weiter die Jakobuskirche und suchen die Signalistation für den Jakobsweg. Das Konzert am Abend ist rege besucht und tatsächlich gratis. Mir fällt auf, dass sein Vorname James übersetzt Jakob heisst… Ein Geschenk der Stadt an die Sommer-Gäste. Ein besonderer 1. August-Tag.
Di 02.08.22: Reisetag von La Coruña nach Madrid
Wir besteigen die Bahn in Richtung Santiago und Ourense. Einige Flecken und Orte kommen uns bekannt vor vom Jakobsweg her.
In Madrid ist es heiss. Es gibt viel Volk und lustige Bars. Es folgt ein kräftiger Regenschauer. Es gibt lustige Szenen zu beobachten von verregneten Leuten.
Die Plaza del Sol ist überbaut, resp. von einer Baustelle versperrt. Im Café Central, das ich von früher her kenne, hätte es Platz. Unser Hostal Victoria II liegt direkt an der Plaza del Sol.
Mi 03.08.22: Reisetag von Madrid nach Canet-Plage
Die Fahrt ab Madrid geht teilweise dem Camino Catalán entlang rückwärts. Die Bahnfahrt geht bis Perpignan, wo ich am 16. Juni gestartet war. Per Taxi gehts zum Badeort Canet-Plage. Dort hielt ich mich einige Tage auf nach meinem Sturz zu Beginn der Pilgerreise bei Narbonne am 19. Mai.
Ein Besuch bei der Fried-Bar muss sein. Dort lernte ich im Mai Camille kennen, die diese Bar führt. Sie sei früher mal in Genf zur Arbeit gewesen und kann ein paar Worte auf Dialekt sagen. Ein schönes Wiedersehen.
Wieder hier zu stehen ist mit verschiedenen Gefühlen verbunden: traurig, dass diese lange Reise zu Ende geht, stolz, den Weg gegangen zu sein.
Do 04.08.22: Ferientag in Canet-Plage
Ein gemütlicher Strandtag beginnt mit dem Frühstücksbuffet. Am Abend leisten wir uns ein feines Nachtessen. Der Wegweiser nach Menton zeigt mir, welche Strecke ich zusammengefügt von Menton bis hierher gegangen bin.
Die gute Stimmung wird jäh unterbrochen. Meine Schwester teilt mir am Telefon mit, dass unser jüngster Bruder im Wallis tödlich verunglückt sei. Er stürzte mit seinem geliebten Gleitschirm aus unerklärlichen Gründen ab. Ich bin völlig schockiert und denke nur noch ans Heimfahren. Zum Glück sind wir zu Zweit. Ein brutales Ende dieser einmaligen Pilgerreise.
„Leben und Tod sind eins wie der Fluss und das Meer eins sind“ formulierte Khalil Gibran.
Fr 05.08.22: Heimreise Canet-Plage – St. Gallen
Einen Tag früher als geplant machen wir uns auf die Heimreise.


