| FAQ'S
- Häufig gestellte Fragen zum Pilgern auf den Jakobswegen
|
  |
(FAQ'S
ist die Abkürzung für 'frequently asked questions' -
'häufig
gestellte Fragen' - hier zum Jakobusweg)
Die
folgenden Fragen wurden mir alle schon mehrfach so oder ähnlich
gestellt. Ich beantworte die Fragen aus meiner persönlichen Sicht.
Geographisch gesehen denke ich von St.Gallen aus Richtung Santiago.
Andere Antworten können durchaus genau gleich wahr sein. Wie heisst
es so schön: viele Wege führen nach Santiago.
Themen:
Anreise -
Dauer - Fahrrad - Finanzen
- Jahreszeiten - Gepäck
- Gepäcktransport -
Heimreise - Hund
- Infos - Pferd - Pilgerpass
- Reiseführer - Schuhe
- Sprache - Start -
Stempel - Unterkünfte - Wanderkarten
Anreise
Fast jede Destination ist per Bahn und Bus erreichbar. Meine
Empfehlung: Aus der Schweiz per Bahn oder Bus. Anreise aus
Deutschland und Oesterreich oder von weiter her per Bahn, Bus oder
Flugzeug. Angaben zu Reiselinien finden sich in der
Linkliste.
Buslinien:
Touring Eurolines (D, OE, CH) oder
ALSA-Eggmann (CH) Die besten Bahnauskünfte
international zeigt www.db.de. |
|
Anreisebeispiele
für einige Startorte: |
| o
Le Puy: Anreise per Bahn
via Genf, Lyon, St.Etienne (Fahrplanbeispiel).
|
|
o St.Jean-Pied-de-Port: Anreise per Bahn via Bayonne (die
angeführten Beispiele mit dem Nachtzug ab Genf funktionieren
momentan (Frühling 2010) nicht - wegen Baustellen. Entweder
über den Tag fahren oder via Paris - siehe unten Pamplona. Fahrplanbeispiel
St.Gallen-Bayonne,
Karte
ab Bayonne,
Fahrplanbeispiel
ab Bayonne), per Bus
via San Sebastian oder Flug (via Biarritz
oder Bilbao). |
|
o
Somport-Pass: per Bahn nach Pau, weiter nach Oloron. Von
dort per Bus nach Somport. Fahrplan:
www.db.de |
|
o
Bilbao: per
Bus ab Hamburg, München etc. (Fahrplan
für Spanien,
Gesamtfahrplan) |
|
o Pamplona: Anreise direkt per Bahn
(Fahrplanbeispiel), per
Flug via Bilbao plus Bus. |
|
o Burgos oder anderen Orten am Weg: Burgos, Leon,
Ponferrada, Villafranca del Bierzo sind per Bahn oder
internationalem Bus direkt erreichbar. Per Flugzeug empfiehlt
sich ein Flug nach Madrid plus der Bus nach Burgos oder die
anderen Ortschaften. Nach Madrid ist meist die Swiss am
Günstigsten (Retourflug). |
zurück
|
|
Heimreise
Ab
Santiago de Compostela fahren die ALSA, Eurolines und andere
Busgesellschaften in viele Ortschaften der Schweiz,
Deutschland und Oesterreich.
Dasselbe gilt
für die Bahn, die ab Irun via Paris oder via Toulouse-Genf
Nachtzüge anbietet. Vorteil: längere Fahrzeit und mehr Zeit
zum Ankommen zuhause, dem Pilgern angepasste Reiseart,
ökologisch gut vertretbar. Nachteil: die Bahn ist meist
teurer.
Die Fahrpläne finden sich
in der
Linkliste.
Flüge bieten verschiedene Gesellschaften ab Santiago an.
Innerspanisch lässt sich sehr bequem mit den Linienbussen
reisen oder mit der Spanair z.B. nach Madrid.
zurück
|
|
Landkarten/Wanderkarten:
Von wo bekomme ich sie und welche brauche ich?
Es braucht auf dem ganzen Weg ab der Ostschweiz kaum
Landkarten (überflüssiges Gepäck). Die Wege sind in der
Schweiz durchgehend markiert, in Frankreich noch besser und in
Spanien sehr dicht. Man bemerkt schnell, wenn etwas nicht mehr
stimmt.
Dies gilt nicht unbedingt für Nebenrouten wie
z.B. via Lourdes. Dort kann eine Karte hilfreich sein.
Empfehlenswert sind die Pilgerführer, die in knapper
Form die Ortschaften nennen.
Wer es nicht lassen kann, ohne Karten auf den Weg zu gehen,
bekommt für die Schweiz solche bei
Buchshop der Vereinigung der Freunde des Jakobsweges.
Dort ist auch eine
Wanderkarte zum Camino francés in Spanien erhältlich.
zurück
|
|
Reiseführer:
Gibt es einen für die ganze Strecke? Welchen würden Sie mir
empfehlen?
Die gebräuchlisten Reiseführer-Bücher zum Jakobsweg von der
Ostschweiz bis Spanien sind
hier aufgelistet und vorgestellt.
zurück
|
|
Dauer:
Wie lange werde ich ungefähr unterwegs sein?
Ab St.Gallen wird meist mit ungefähr drei Monaten für den
Weg bis Santiago/Finisterre gerechnet; ab Le Puy ungefähr mit
8 Wochen, ab St.Jean-Pied-de-Port mit 5 Wochen. Pro Tag ist ein Durchschnitt von 25-30 km gut rechenbar.
Natürlich kann alles schneller gemacht, gerannt, absolviert
(man beachte die Bedeutung dieser Verben!) werden - aber ist
dies der Sinn des Pilgerns?
zurück
|
|
Unterkünfte:
Wie steht es mit den Herbergen?
In der Schweiz: es gibt wenige eigentliche Pilgerherbergen,
vereinzelte Klöster, dafür das ‚Schlafen im Stroh’ als
gute Möglichkeit, einfache Gasthäuser, private Unterkünfte
und Jugendherbergen. In St.Gallen:
www.pilgerherberge-sg.ch. Dort sind Links zu anderen
Herbergen in der Schweiz verzeichnet.
Andere Möglichkeiten siehe:
Jakobsweg_2002_Schweiz
unter Etappenplan.
Adresssammlungen von Unterkünften in der Schweiz
hier.
In Frankreich: der Jakobsweg ist entlang eines
Fernwandernetzes geführt (GR65). Darauf sind in guten
Abständen sogenannte 'Gîtes d'étapes' anzutreffen. In
diesen Wanderherbergen kann man sowohl übernachten wie meist
auch gut essen.
In Spanien: dort sind die klassischen Pilgerherbergen
in grosser Anzahl neu eingerichtet und aufgebaut worden.
EinzelpilgerInnen finden immer eine Unterkunft - vielleicht
nicht genau diejenige, die sie sich in den Kopf gesetzt haben.
Die Leute am Ort helfen meist sehr spontan weiter.
Normalerweise ist keine Reservation möglich.
Es macht daher und aus anderen Gründen keinen Sinn, schon
zuhause auszurechnen, wo man übernachten wird. Es gilt aber:
als PilgerIn bin ich Gast, nicht König (wie in einem Hotel)!
Viele Herbergen werden von ehrenamtlichen Leuten (hospitalero/a)
betreut. Für sie ist es schlimm, wenn Leute daher kommen, die
meinen, sie hätten selbstverständlich Anspruch auf Beherbergung und dies
möglichst gratis.
Als Gast freue ich mich über eine Aufnahme, muss aber auch
damit rechnen, dass es keinen Platz hat, resp. dass Regeln
bestehen, denen ich mich zu fügen habe, obwohl sie nicht
sofort einsichtig sind. (z.B. Zeit für das Lichter löschen).
Liste der Unterkünfte am 'camino francés' 2008:
Liste 1,
Liste 2
zurück
|
|
Jahreszeiten:
Welches ist die beste Zeit für die Reise?
Sommer:
meine persönliche Lieblingszeit, lange Tage, gutes Wetter.
Frühling: kann kühl und nass sein. Im Mai sind sehr viele
Leute unterwegs. Herbst: gute Zeit, kürzere Tage. Winter:
kurze Tage. Haupthindernis
ist der Schnee. Dieser kann in der Schweiz auf der Haggenegg
(1400 m) zwischen Einsiedeln und Schwyz, in Frankreich
zwischen Le Puy und Conques, oft auf 1200m Höhe, in Spanien
auf den Pyrenäenübergängen und in Galicien auf dem Rabanal-
resp. Cebreiro-pass hinderlich sein.
Hindernisse wie Regen, Nebel, Kälte sind unregelmässig wie
eben das Wetter ist und können nicht auf einen bestimmten
Zeitraum fixiert werden. Hitze kann durch Anpassen der
Wanderzeit oder Siesta umgangen werden.
zurück
|
|
Fahrrad:
Ist es möglich den Weg mit dem
Mountainbike, dem Fahrrad, dem Rennvelo zu befahren?
|
|
Dies ist möglich
– allerdings nicht immer auf dem wirklichen Weg. Siehe dazu
unter der Linkliste die Berichte. Einige möchten nach der
Fahrrad-Pilgerreise den Weg auch zu Fuss kennen
lernen, weil es per Fahrrad zu schnell gegangen ist.
Für andere ist es die perfekte Art. Das
Fahrradpilgern gehört wie zu Fuss oder zu Pferd/Esel
zu den anerkannten Arten in Santiago.
Links. |
 |
zurück
|
|
Gepäcktransport:
wir hätten gerne einen Gepäcktransport so alle 4-5 Tage. Ist
das möglich und wenn ja, an wen kann ich mich da wenden?
Das
gibt es in der Schweiz zum Glück nicht! Hier ist wieder mal
die Frage angebracht, was heisst pilgern. Wer gesundheitliche
Probleme hat, wird einen Weg finden.
zurück
|
|
Pilgerpass:
Was hat es mit dem Pilgerpass auf sich? Braucht man den
wirklich und wofür ist er nützlich?
Der
Pilgerpass, auch genannt Pilgerausweis, ist in der Schweiz für
die Pilgerherbergen in Märstetten und
St.Gallen nötig. Manchmal verhilft er zu reduzierten Preisen an gewissen
Orten. In Frankreich gilt dasselbe.
In Spanien ist er unerlässlich als Eintrittskarte für die
Pilgerherbergen.
Ausführlichere Informationen dazu und wo er erhältlich
ist, siehe unter:
http://www.pilgerpass.info
.
zurück
|
|
Finanzen:
Wieviel Geld brauche ich auf dem Pilgerweg?
|
|
Diese Frage gleicht derjenigen nach dem Wetter. Ansprüche und
Vorstellungen sind da sehr verschieden. Ich kann in der
Schweiz gut mit Fr. 40 pro Tag auskommen. Andere meinen, dass
sie es nicht unter Fr.100 schaffen. In Frankreich kostet eine
Übernachtung in einer Gîte ungefähr 12 Euros, ein Menü-Essen
ebensoviel.
In Spanien kostet die Pilgerherberge (refugio) zwischen
undefiniert, weil auf Spendenbasis (kirchliche und
öffentliche), bis 10 Euros (private), das Essen
ungefähr 10 Euros.
Eine Pilgerin, die meist aus dem Rucksack isst, braucht
bedeutend weniger, als ein Pilger, der jeden Tag ins
Restaurant essen geht.
zurück
|
|
Gepäck:
Was muss ich auf den Weg mitnehmen?
Erste Antwort: möglichst wenig. Alle nehmen anfangs zuviel
mit, das ist normal. Mit der Zeit wird klar, was überflüssig
ist. Zur Anregung eine
Packliste zum Ausdrucken.
zurück
|
|
Schuhe:
Welche Schuhe sind die besten?
Es
können gute feste Turnschuhe sein, andere schwören auf
Wanderschuhe (ich auch), andere lieben Trekkingschuhe, einige
gehen in Sandalen. Auf alle Fälle soll es mir im Schuh
richtig wohl sein. Da das Gewicht des Rucksackes dazu kommt,
lieben viele Füsse einen festeren Halt.
zurück
|
Sprache:
Muss ich für den spanischen Weg Spanisch sprechen
können?
Die
Sprache sollte in Spanien generell kein Problem sein. Deutsch,
Französisch oder Englisch kann man in Spanien immer wieder hören
und sprechen. In vielen Situationen ist man nicht allein,
sodass sich bald jemand zum Übersetzen findet. Und: mit 'Händen
und Füssen' kommt man beim Sprechen viel weiter als man
zuhause denkt. Nach wenigen Tagen weiss man die gängigsten
Worte und Satzteile anzuwenden. - Aber: warum nicht vorher
einen kleinen Sprachkurs besuchen? Schaden tut's bestimmt
nicht. Das gleiche gilt für Frankreich.
Hier für den Rucksack: Mini-Wörterbuch Deutsch-Spanisch zum
Pilgeralltag.
zurück
|
Start: nicht
zuviel aufs Mal...!
Nicht nur Schriftsteller wie Andrea Schwarz oder Hape Kerkeling
sind zu schnell gestartet und haben dafür viele Tage mit Knie-
oder anderen Schmerzen gebüsst.
Vor allem beim Start in
St.Jean-Pied-de-Port ist es leicht, sich bis Roncesvalles zuviel
zuzumuten. Ich empfehle einen Zwischenhalt in der Gîte in Huntto
(1,5h) oder der
Herberge Orisson . Diese Strecke kann gut nach Ankunft am
Nachmittag noch bewältigt werden. Ein Telefonanruf 'hinauf' kann
vom Pilgerbüro aus gemacht werden.
Der Kopf muss beim Start helfen - denn es ist leicht, sich am ersten
Tag für noch weiter zu entscheiden - der Körper dankt es in den
kommenden Wochen, wenn die ersten drei Tage bedächtig angegangen
wurden.
zurück
|
Wo bekomme ich Stempel für den Pilgerpass?
Gibt es ein Verzeichnis?
Der Stempel im Pilgerpass soll lediglich anzeigen, an welchem
Ort man an welchem Datum vorbei gegangen ist. Es genügt ein
Stempel pro Tag. Es ist also auch möglich, den Stempel des
Übernachtungsplatzes zu erfragen (Pension, Herberge, Hotel).
Schweiz: Es
gibt immer mehr Kirchen, wo ein Stempel aufliegt. Die Klöster
führen einen Stempel an der Pforte.
Frankreich: jede Gîte (Herberge) hat einen Stempel.
Spanien: jede Pilgerherberge und viele Kirchen am Weg haben
einen Stempel. Anhand der Stempel kann ein Herbergsleiter leicht
beurteilen, ob jemand, der/die um Aufnahme in die Pilgerherberge
bittet zu Fuss oder per Auto unterwegs ist.
Verzeichnisse für Stempelorte gibt und braucht es also nicht.
Das Pilgerbüro in Santiago interessiert sich nur für die Stempel
der letzten 100 km, um die Berechtigung für die Compostela
abzulesen.
zurück
|
Hund:
Kann ich meinen Hund mitnehmen?
Sie
können das tun, müssen aber darauf gefasst sein, dass immer
wieder Unterkünfte – in Spanien die Pilgerherbergen keine
Hunde aufnehmen.
zurück
|
Pferd:
Kann ich per Pferd, Esel, Maultier nach Santiago pilgern?
Die
ursprünglichen Pilgerarten waren: zu Fuss und zu Pferd,
modern ist das Fahrrad hinzugekommen. Hilfen finden sich unter
der Linkliste mit konkreten Berichten:
Links
. Ich habe von mehr Leuten gehört, die es per Pferd wegen
allerlei Problemen nicht geschafft haben als umgekehrt. Ausser
es wird ein riesiger logistischer und organisatorischer
Aufwand betrieben (Futter, Übernachtung etc.) oder es steht
sehr viel Zeit zur Verfügung. Die Frage ist dann wieder mal:
für was, resp. für wen pilgere ich...?
Mein bissiger (aber nicht böse gemeinter) Kommentar: ja sie können
per Esel gehen, wenn sie bereit sind, ihn manchmal
mitzutragen.

zurück
|
|
Infos:
Wo könnte ich mich noch informieren?
Für
die meisten Informationen ist die
schw. Gesellschaft
der Freunde des Jakobsweges (resp. der österreichischen oder
deutschen Gesellschaften) hilfreich, sofern man Mitglied ist
oder es wird. Es lohnt sich auch, in Ruhe diese
Linkliste durchzublättern.
zurück
|
|
|
|