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In
17 Tagen ans Ende der Welt und zurück - eine Einstimmung
Wir besteigen in der Schweiz den Zug nach Paris. Die Metropole
nehmen wir in einer kleinen Metrofahrt zwischen zwei Bahnhöfen
wahr. Im Nachtzug erreichen wir die spanische Grenze in Irun. Von
dort bewegt sich der Zug durch verschiedene spanische Landschaften
bis nach Astorga.
Der Weg von Astorga bis Santiago de Compostela führt durch kräftige
eigenständige Landschaften. Zuerst steigt der Weg kontinuierlich an
über Rabanal bis zum Puerto de Foncebadón. Es folgt das berühmte
Cruz de Ferro, ein Eisenkreuz, das über einem riesigen Steinhaufen
thront. Seit alters legen hier Pilgerinnen und Pilger einen Stein
ab, den sie von zuhause mitgebracht oder auf dem Weg gefunden haben.
Dann geht es steil hinunter nach Ponferrada, das eine mächtige
Templerburg beherbergt.
Es folgt das Weinbaugebiet 'El Bierzo'. Über einen kräftigen
Aufstieg erreichen wir die zweite Passhöhe O Cebreiro auf 1330 Metern Meereshöhe. Damit betreten wir die autonome
Region Galicien, die autonome Region, zu der auch Santiago gehört. Wir
durchqueren viele Dörfer, Wälder und Wiesen. Hier wird gut
verständlich, dass Galicien zu den Regionen gehört, aus der viele
Menschen ausgewandert sind. Die meisten spanischen Familien bei uns
in der Schweiz stammen aus Galicien. Die galicische Sprache, das
Gallego, werden
wir in dieser kurzen Zeit nicht erlernen. Es kann sein, dass sich
trotz Hochsommer ein paar kräftige Regengüsse über die Pilgergruppe
ergiessen.
Der Pilgerstrom wird immer mehr zunehmen. Denn viele spanische
Pilger, die immer noch gut die Hälfte aller ankommenden Pilger in
Santiago ausmachen, beginnen ihre Pilgerreise etwa 100 km vor
Santiago.
Immer mehr wird die Spannung steigen, wie es denn wohl in Santiago
sein wird. Das Jahr 2010 steht unter einem besonderen Stern.
In Santiago de Compostela wird ein heiliges Jahr gefeiert. Dies ist
immer dann der Fall, wenn der Jakobustag, der 25. Juli, auf einen
Sonntag fällt. Die heilige Pforte der Kathedrale ist ein Jahr lang
geöffnet. Das nächste heilige Jahr wird 2021 statt finden. Wir
werden die Pilgerreise so gestalten, dass wir die Kathedrale relativ
ruhig erleben dürfen.
Das Fest der Ankömmlinge liegt in der Luft. Auch Trauer darüber,
dass nun ein Projekt, ein lang gehegter Traum sich dem Ende nähert.
Liebgewonnene Menschen müssen sich zum Teil für immer verabschieden.
Aber noch bleibt der Bus-Ausflug nach Finisterre. Finisterre - das
Ende der Welt - liegt an einem Kap, das in den Atlantik hinaus ragt.
Mächtige Felsen und wilde Gischt an der Costa da Morte, der
Todesküste, und der weite Atlantik üben ihre eigene Magie aus. Nicht
zu verachten ist auch ein erfrischendes Bad im kühlen Wasser, bevor
es dann wieder zurück nach Santiago geht.
Die Stadt bereitet sich auf das Jakobusfest in der Nacht vom 24. auf
den 25. Juli vor. Der erste Höhepunkt ist ein monumentales Feuerwerk
über und an der Kathedrale. Am Sonntag wird um 10 Uhr eine Festmesse
gehalten, bei der in für uns ungewohnter Manier Militär, Politik und
Kirche gemeinsam mit dem Volk feiern.
Die Meisten reisen gegen
Abend des 25. Juli ab, Einzelne bleiben noch etwas länger in
Santiago.
Etappeneinteilung 2010
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