Maria Magdalena - Marie Madeleine

 

In Südfrankreich wird Maria Magdalena besonders verehrt. In einer Grotte an der Chaine de la Sainte-Baume bei Sainte-Maximin-la-Sainte-Baume soll sie 30 Jahre gelebt haben.
Wie kommt Maria Magdalena hierher und wer ist diese besondere Frau?
Und: in der Kirche Untereggen findet sich eine reiche Darstellung der Legenden um die hl. Maria Magdalena.

 

Kapitel:
zur Person laut Bibel - zur Person laut Legenden - Maria Magdalena in Südfrankreich - die Grotte heute - Maria Magdalena in Untereggen - Maria Magdalena und Jakobus - Maria Magdalena in der Kunst

 

Zur Person Maria Magdalena gemäss der Bibel
Maria Magdalena gehörte offensichtlich zum engeren Kreis von Menschen, die Jesus auf seinen Wanderungen begleiteten. Ihr Beiname sagt, dass sie aus dem Dorf Magdala stammt. Dieses Dorf heisst heute Migdal. Jesus hatte sie von sieben Dämonen befreit, wie das Evangelium Lukas 8 berichtet:

1 In der folgenden Zeit wanderte er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf begleiteten ihn, 2 außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt hatte: Maria Magdalene, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren, 3 Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen.

Sie trug mit ihrem Besitz zum Unterhalt von Jesus und seinen Jüngern bei. Zusammen mit den Jüngern und einigen Frauen zog sie mit Jesus nach Jerusalem, wo die Verhaftung, das Verhör und die Kreuzigung folgten. Während dem die meisten Jünger offensichtlich flohen oder dem Geschehen fern blieben, blieben viele Frauen rund um die Mutter Jesu, so auch Maria Magdalena, bei Jesus über seinen Tod hinaus. Sie blieb nach seiner Bestattung beim Grab.
So heisst es im Evangelium Matthäus 27:

55 Auch viele Frauen waren dort und sahen von weitem zu; sie waren Jesus seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient.
56 Zu ihnen gehörten Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und des Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.
57 Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war ein Jünger Jesu.
58 Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen.
59 Josef nahm ihn und hüllte ihn in ein reines Leinentuch.
60 Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen. Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg.
61 Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegenüber.

 

Maria Magdalena

Maria Magdalena in der Krypta der Basilika St.Madeleine von Saint-Maximin-de-la-Sainte-Baume.
Foto: JS

Maria Magdalena beim verstorbenen Jesus. Darstellung vor der Grotte. Foto: JS

 

Nach dem Sabbat war es wiederum Maria Magdalena, die bei Sonnenaufgang zum Grab ging, um den Leichnam mit wohlriechenden Ölen zu salben.
Ein Engel verkündet ihr, dass Jesus nicht mehr hier sondern auferstanden ist. Sie und die Mutter des Jakobus bekommt den Auftrag, dies den Jüngern zu berichten. Dies berichtet das Markusevangelium in Kapitel 16:

1 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben.
2 Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.
3 Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?
4 Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.
5 Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr.
6 Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte.
7 Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.
8 Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich.
9 Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.
 
In ergreifender Weise schildert das Johannesevangelium die Begegnung des Auferstandenen mit Maria Magdalena. Sie hält ihn für einen Gärtner. Aber seine Stimme erkennt sie. Sie möchte ihn berühren und festhalten. Der Auferstandene spricht die Worte: Halte mich nicht fest! Maria Magdalena muss den Auferstandenen lassen. So heisst es im Johannesevangelium Kapitel 20:

Maria
aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
12 Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
13 Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.
14 Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.
15 Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.
16 Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
17 Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
18 Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.


Maria Magdalena verkündet als erste den Osterglauben, der eine zentrale Botschaft des christlichen Glaubens darstellt. Deshalb wird sie von Augustinus 'Apostolin der Apostel' genannt. Über ihr weiteres Schicksal fehlen biblische Hinweise.

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Zur Person Maria Magdalena gemäss der Tradition laut Legenden

In der weiteren Tradition wird Maria Magdalena mit der Sünderin gleichgesetzt, deren Tränen die Füsse Jesu benetzten und die dessen Füsse salbte. So schreibt das Lukasevangelium Kapitel 7:
 

36 Jesus ging in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch.
37 Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl 38 und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.
Origines trennte diese Figuren, aber Gregor der Grosse fügte sie wieder zusammen.
Ebenso wird Maria Magdalena im Laufe der Tradition mit Maria, der Schwester von Martha und Lazarus gleichgesetzt.

 

Predigt von Peter Zürn, Bibelwerk Zürich in der St.Magdalena-Kirche Untereggen, zur Maria Magdalena, am 02.07.2006

 

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Maria Magdalena begegnet dem Auferstandenen 

Maria Magdalena begegnet dem Auferstandenen und hält ihn vorerst für den Gärtner.
Bild in der Kapelle der Hôtellerie der Dominikaner. Foto: JS

 

Maria Magdalena wird oft als attraktive Frau dargestellt.
Leider wurde sie dann mit dem Etikett der 'Sünderin' behaftet,
was wohl die Tradition der Apostolin gestört
oder unterbrochen hat. Bild in der Grotte.
Foto: JS

Maria Magdalena in Südfrankreich
Nach der Legende wurde Maria Magdalena zusammen mit ihrer Schwester Martha und dem Bruder Lazarus, mit der Dienerin Martilla, mit dem hl. Maximinus und dem blinden Zedonius von Ungläubigen in ein steuerloses Schiff gesetzt, damit sie untergehen. Dieses fuhr über das Mittelmeer nach Marseille (Massilien). Dort beginnt sie zu predigen.
Nach einer anderen Legende landete das Schiff zusammen mit Maria Salome (Mutter des Jakobus) und der schwarzen Sara in Les-Saintes-Maries-de-la-Mer.
Das Volk in Marseille wunderte sich über ihre Schönheit und die Süssigkeit der Rede (Legenda Aurea, S. 473). Lazarus wird zum Bischof von Marseille gewählt. Maria Magdalena geht weiter nach Aix en Provence. Maximinus wurde Bischof dieser Stadt. Von dort aus suchte Maria Magdalena die Wildnis und fand eine Höhle. In dieser soll sie 30 Jahre geblieben sein. Es habe dort weder Brunnen, noch Bäume oder Gras gegeben. Damit sollte belegt werden, dass sie allein von der himmlischen Speise lebte.
Täglich wurde sie zu den 7 Gebetsstunden von Engeln in die Lüfte geführt und hörte dort die Engel singen (S.478).

Nach ihrem Tod soll sie in Aix en Provence begraben worden sein. Im 9. Jahrhundert wurden ihre Reliquien nach Vezélay überführt. Die Kathedrale St.Madeleine zeugt noch heute davon. Das Kloster wurde ab dem 11. Jahrhundert eine wichtige Station auf dem Weg nach Santiago.

Im 13. Jahrhundert verbreitete sich die Auffassung, die echten Reliquien befänden sich Sainte-Maximin-la-Sainte-Baume. Dies lässt den Pilgerstrom in Vezélay einbrechen. Maria Magdalena wurde nun in Sainte-Maximin-la-Sainte-Baume verehrt. Eine riesige Kirche ruft die Verehrung in Erinnerung. In der Krypta werden bis heute Reliquien von ihr aufbewahrt.

Maria Magdalena wird meist zusammen mit einem Ölgefäss dargestellt. Sie trägt meist langes wallendes Haar. Hie und da wird sie auch nackt dargestellt. Ihr Feiertag ist der 22. Juli.

(Quellen:
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria_Magdalena.html
Die Legenda Aurea des Jacobus de Voragine. übersetzt von Richard Benz. Heidelberg 1984.

Ueberfahrt nach Marseille
Darstellung der Ankunft des Bootes in Marseille.
Fresko von Giotto di Bondone ca 1320 in der Magdalena-Kapelle in Assisi 
 

Les Saintes-Maries-de-la-Mer
Darstellung in der Krypta der Kirche von Les-Saintes-Maries-de-la-Mer.
Maria Jacobea und Maria Salome. Foto: JS
Mehr hier...

 

Maria Magdalena predigt

Maria Magdalena predigt in Marseille. Ein in Vergessenheit geratenes Bild... Dargestellt in der Kapelle der Hôtellerie Sainte Baume

 

Maria Magdalena in Vézelay

Maria Magdalena schaut aus der Grotte. Bild in der Kapelle der Hôtellerie.

 

Figur der hl. Maria Magdalena in der Basilika St.Madeleine in Vézelay

Basilika Vézelay

Basilika St.Maximin-la-Sainte-Baume

Basilika St.Madeleine in Vézelay

 

Basilika Maria Magdalena in St.Maximin-la-Sainte-Baume

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die Grotte der Maria Magdalena heute
Ab Sainte-Maximin-la-Sainte-Baume fährt ein Bus bis nach Nans-les-Pins. Von dort führt der sogenannte Königsweg (Chemin des Royes), ein Wanderweg, hinauf zur Grotte im von Weitem sichtbaren Felsen, der Chaine de la Sainte-Baume. Diese führt in Höhen bis 1100 m über Meer. Mit dem Auto ist es möglich bis zur Hôtellerie La Sainte Baume zu fahren. Es gibt dort genügend Parkplätze für Autos und Busse.

Der Weg geht vorerst ab 430 Höhenmeter bis 660 m nach Nazareth bei der Hôtellerie. Dann geht es durch den Wald hinauf bis etwa 850 Höhenmeter hinaus. Zuletzt führen 150 Stufen zur Grotte hinauf. Der Dominikanerorden ist seit dem 13. Jahrhundert (1295) hier präsent und hält auch heute die Chorgebete in der Grotte. Im Areal wird Schweigen gewünscht.


Die Grotte ist sehr gross. Als ich Ende des Tages dort war, war ich praktisch alleine. Im Raum war einzig das stetige Tropfen von einem Wasserlauf ab dem Felsen zu hören.
Angeschlossen ist eine kleine Pilgerstube. Dort können Pilger mitgebrachte Speisen essen. Wasser und Kaffeepulver ist vorhanden.

Über der Grotte liegt der Col du Pilon auf rund 1000 m Höhe. Am Fuss des Berges liegt auf einer ausgedehnten Hochebene die sogenannte 'Hôtellerie', ein kleines Dominikanerkloster mit Gästehäusern. Es beherbergt auch eine Kapelle. Diese ist mit verschiedenen Bildern zu Maria Magdalena geschmückt.
 

Anreise:
Buslinie Marseille - St.Maximin (1h15'): http://www.info-ler.fr/horaires_tarifs.php
Buslinie Marseille - Nans les Pins (55') oder St.Maximin - Nans les Pins (20'):
2010) (horaires intermédiaires susceptibles d'être modifiés en fonction des aléas de circulation) innerhalb: www.varlib.fr. Jede Strecke kostet 2 Euros!

Blick zur Bergkette, in der die Grotte, eine Höhle existiert.
Auf provenzalisch heisst Bouma die Höhle (Sainte Baume).

 

Treppe zur Grotte

Eingangstüre zum Grottenbezirk

 

Kreuzigungsgruppe

Maria Magdalena beim Gekreuzigten Jesus.
Daneben die Mutter Maria und der Apostel Johannes (der Bruder des Jakobus).

 

Darstellung der leidenden Mutter zusammen mit der trauernden Maria Magdalena

Beschreibung der Grotte

 

Blick in die Grotte mit dem Altarbezirk. Magdalena unter dem Kreuz.

Darstellung der meditierenden Maria Magdalena, in der Hand ein Kreuz

 

Reliquienschrein

Ausblick aus der Grotte über die Weiten der Provence

 

die Lage an der Felswand ist beeindruckend

Ausblick zur Hôtellerie unten auf der Ebene

 

links Eingang zum Pilgerhaus - rechts Eingang zur Grotte

im Pilgerraum steht Wasser, Kaffee und Tee zur Verfügung sowie zwei Tische zum Sitzen

 

Eingang in die Grotte

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Maria Magdalena in Untereggen

 

 
Kirche Untereggen

St. Magdalena-Kirche in Untereggen.
Untereggen liegt am Jakobsweg zwischen Rorschach und St.Gallen.
Link

 

Magdalena-Kirche Untereggen Deckengemaelde Hl. Maria Magdalena

Darstellung von Maria Magdalena wie sie mit ihren Tränen die Füsse Jesu benetzt und mit den Haaren trocknet. Künstler: Johann Georg Mahler.
Die Forschung sieht in dieser Frau eine andere Person als Maria Magdalena.

 

Maria Magdalena Figur beim rechten Seitenaltar in Untereggen

Kirche Untereggen Ausschnitt Deckengemaelde Maria Magdalena mit Ölgefäss

Ausschnitt aus dem obigen Bild. Erkennbar auch das Gefäss für das Salböl.

 

Maria Magdalena mit dem Ölgefäss

Maria Magdalena und der Auferstandene halte mich nicht fest

Darstellung der Ostergeschichte. Maria Magdalena begegnet vermeintlich dem Gärtner

 

dieser entpuppt sich als auferstandener Christus. Er spricht die Worte: Halte mich nicht zurück - noli me tangere

vier Medaillons an der Decke zur Biographie von Maria Magdalena
Untereggen Maria Magdalena Untereggen Maria Magdalena

vorne links: Darstellung des Vorlebens: Schmuck, Kosmetika, Spiegel. In der Legende heisst es: "Sie war von gar edler Geburt und stammte aus königlichem Geschlecht.." S. 471

 

vorne rechts: Erkenntnis. In den Legenden wird Maria Magdalena als Erleuchtete bezeichnet: "denn sie ist jetzt erleuchtet im Geist von dem Licht vollkommener Erkenntnis" S. 471

Untereggen Maria Magdalena Erhoehung Maria Magdalena

hinten rechts: Umkehr und Busse. Betrachtung des Todes (ars moriendi) und der Tränen

 

hinten links: Krönung, Erhöhung. Daran klingt die Legende an, die berichtet, dass Maria Magdalena in der Grotte von Ste Baume täglich 7 mal von Engeln zum Gebet erhöht wurde.

Maria Magdalena in der Grotte

Maria Magdalena in der Grotte von La Sainte Baume. Bild über der Empore in Untereggen.
Nach der Legende lebte sie in der Grotte 30 Jahre lang.
Ausblich aus der Grotte in die Weite.
Die Darstellung kommt der wirklichen Grotte recht nahe.
Dargestellt sind auch die Engel, die Maria Magdalena 7 mal am Tag zum Gebet in die Höhe erhoben.

 

Ausschnitt Kirche Untereggen

Detail aus dem Grottenbild

 

sie hat mit Tränen (der Trauer, der Reue) genetzt

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Maria Magdalena und Jakobus (maior)  
Seit längerer Zeit empfinde ich eine Nähe zwischen Maria Magdalena und Jakobus, dem Heiligen des Jakobsweges. Jakobus gehörte zu einem inneren Kreis der Apostel zusammen mit seinem Bruder Johannes und dem Brüderpaar Andreas und Petrus (mehr siehe hier...). Maria Magdalena gehörte offensichtlich auch zu diesem Kreis. Dies wird vor allem rund um das Sterben Jesu ersichtlich. Jakobus ist noch im Garten Gethsemane anwesend, wo er mit Jesus beten sollte und immer wieder einschläft. (siehe die zitierten Bibelstellen oben). Später bittet Jesus den Apostel Johannes darum, für seine Mutter Maria zu sorgen. Das wird auch der Bruder Jakobus mitbekommen haben.
Nach dem Tod Jesu wird Maria Magdalena zusammen mit der Mutter der Zebedäussöhne erwähnt (Mt 27, 56). Diese ist Maria Salome. In Mk 16 vernehmen wir, dass Maria Magdala zusammen mit Maria Salome zum Grab geht, um den verstorbenen Jesus zu salben. Jakobus als Sohn von Maria Salome wird dies wohl alles aus erster Hand mitbekommen haben.
Interessant ist auch, dass im Heiligenkalender die beiden sehr nahe sind. Am 22. Juli wird Maria Magdalena gefeiert und am 25. Juli Jakobus.
In Südfrankreich gibt es immer wieder besondere Kapellen und Kirchen, die der hl. Maria Magdalena gewidmet sind. Gerade auch entlang des Jakobsweges.
Eine spannende Kombination findet sich auf dem Mont St.Michel - siehe Foto rechts.
Dass es auch in der Ostschweiz mit Untereggen so ist, hat mich schon länger fasziniert.
Ebenfalls interessant: die Madeleines - das besondere Gebäck in Anlehnung an eine Pilgermuschel. Es wird in Frankreich angeboten. Geschichte und Rezept In Spanien wird von Madalenas gesprochen - damit sind ganz verschiedene süsse Küchlein gemeint. Auf dem Jakobsweg in Spanien genehmigen sich viele statt eines Frühstücks einen Kaffee und ein Madalena.

Fensterbild auf Mont St.Michel
Fenster in der Magdalena-Kapelle auf dem Mont-St.Michel.
Jakobsmuschel und Ölgefäss der Hl. Maria Magdalena kombiniert.
Foto: JS

Kirchenfenster Maria Magdalena Genf          Kirchenfenster St.Pierre Genf          Jakobus

Kirchenfenster in der Kathedrale St.Pierre Genf mit Maria Magdalena und Jakobus direkt nebeneinander (links und rechts Vergrösserung)

 

Maria Magdalena in der Kunst  

Paolo Veronese, Die Bekehrung der Maria Magdalena,
um 1547, London

 

beweinen den toten Christus, 1490, München alte Pinothek

Tizian, Büssende Maria Magdalena, in Mailand entdeckt.
Fälschlicherweise wird Maria Magdalena
in der Tradition oft als 'Sünderin' dargestellt.

 

Domenichino, Entrückung der Maria Magdalena, St.Petersburg

Matthias Grünewald, Maria Magdalena unter dem Kreuz,
aus dem Isenheimer Altar

 

Francesco Furini, Maria Magdalena

Giotto di Bondone: Die Himmelfahrt (Entrückung) der Maria Magdalena,
um 1320, Fresko in der Magdalena-Kapelle in der Unterkirche von Assisi

Leonardo da Vinci, Maria Magdalena

 

El Greco, Maria Magdalena

Johannes Pauwelsz Moreelse, Maria Magdalena

 

 

Maria Magdalena, Bild in der Kirche St.Maximin la Sainte Baume.
Foto: JS

Francesco Furini, Maria Magdalena  

Darstellung des Lebens von Maria Magdalena auf einem Fenster der Kathedrale von Chartres: Link

 
   
   
   
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