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| PILGERN
AUF DEM JAKOBUSWEG |
Pilgern - verschiedene Facetten
Das
Pilgern kennen wir aus allen Religionen und Kulturen in allen Teilen
der Welt zu allen Zeiten.
Diese Seite geht zuerst auf das Pilgern ein, wie wir es vom Jakobusweg her
kennen.
Dann stelle ich verschiedene andere Aspekte des Pilgerns,
andere Pilgerreisen und andere Pilgerorte vor.
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| Was
heisst pilgern? - eine Annäherung an die Bedeutung |
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gewählte Hauslosigkeit, Fremde
Ethymologisch bezieht sich das Wort pilgern auf das
lateinische Verb 'peregre' - über den eigenen Acker hinaus
gehen. Ein Pilger bricht auf, um den eigenen 'Acker', die
eigene Lebenswelt zu verlassen. Die Pilgerin, der Pilger
begibt sich in die Fremde. Ein mittelalterliches Pilgerlied
nennt dies 'das elend wagen'. Der Pilger wird ab etwa dem
8.Jhdt. 'piligrim' genannt, noch hörbar im englischen 'pilgrim'
oder in der Pilgerschaft, auf englisch pilgrimage.
Pilgern bekommt die Bedeutung, eine Fuss-Reise zu einer
religiös verehrten Stätte zu machen - was heute eher
wallfahren heisst.
wallfahren oder pilgern
Wallfahren wiederum bedeutet in der Tradition, gemessen
schreiten, in einer Prozession feierlich dahin schreiten.
Beim Pilgern ist der Weg ebenso wichtig wie das Ziel (der
Weg ist das Ziel), beim Wallfahren ist das Ziel, die heilige
Stätte, wichtiger als der Weg.
Es geht aber nicht um ein entweder - oder, sondern um eine
sowohl - als - auch. Marco Zenetti formulierte es so: 'der
Weg ist das Ziel erst, wenn das Ziel zum Weg wurde'.
pilgern oder wandern
Was macht den Unterschied zwischen pilgern und wandern?
Ich habe die Formel gefunden: pilgern heisst wandern+
. Im Pilgern ist das Wandern inbegriffen. Das + ist der
spirituell, religiöse Aspekt, der bewusst (manchmal auch
unbewusst...) und explizit zum Pilgern gehört.
pilgern führt zur eigenen Mitte
Das Pilgern leistet einen Beitrag zur ganzheitlichen
Gesundheit. Es hilft, den Kopf 'auszulüften' und sich im
wortwörtlichen Sinn neu zu 'erden'. Das Schritt-für-Schritt
Vorangehen, das ganz 'Bei-Sinnen-Sein' in der Natur, die
Reflektion und der Austausch über die gemachten Erfahrungen
sind gerade dann eine Hilfe, wenn in der momentanen
Lebensetappe ein eigentlicher 'Berg' vor einem liegt. Das
Pilgern ist im Weitesten Sinn auch eine Burn-Out-Prävention.
Die Erfahrung zeigt, dass Pilgerreisen zur eigenen Mitte und
zur eigenen Kraft hinführen. Manche entdecken im Pilgern zu
ihrer positiven Überraschung, wieviel Lebenskraft und
Lebensfreude in ihnen schlummert. |
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| Inhalt:
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Jakobspilger auf ihrem
Weg.
Stich von H. Cock nach Breughel aus dem 18.Jhdt.
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Pilgerin und
Pilger bei der
Mittagsrast.
Kupferstich von Lukas von der Leyden, 1508 |
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| BEWEGGRÜNDE ZUM PILGERN |
Die
Pilgerreise ist ein lebendiges Symbol des menschlichen
Lebensweges. Darauf weist auch die geographische Ausrichtung
des Jakobusweges hin: von Osten (Sonnenaufgang, Geburt,
Leben) hin zum Westen (Sonnenuntergang, Sterben, Tod) an den
Atlantik (Ewigkeit). Im Westen ist der Umkehr-Punkt, die
Neu-Geburt, der Beginn des neuen Lebens.
Diese Ausrichtung findet sich auch in den ursprünglich
gebauten Kirchen. Der Chorraum ist geostet, der Ausgang
führt nach Westen.
Von dort ist das Leben (Sonne, Licht, Christus) zu erwarten.
Der Hahn auf dem Turm kündet dieses Morgenlicht an. |
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Traditionelle Beweggründe für die Pilgerschaft: |
- Verehrung eines Heiligen oder eines Heiligtums.
Dieser Beweggrund gilt weltweit für alle Religionen und Jahrhunderte.
Beispiele:
Jerusalem - die Stadt Jesu Rom - die Stadt der
Apostel Petrus und Paulus Santiago - Stadt von
Jakobus dem Älteren Vézelay - Stadt von Maria Magdalena
Mekka - die Stadt Mohammeds Fuji-san - heiliger Berg des Shinto
in Japan Benares - die Stadt Buddhas Tauropolis
- die Stadt der Artemis Einsiedeln - ein Ort der
Maria
- Suche nach Heil
Die Menschen möchten etwas unternehmen für ihr Heil: für das
Heil im Diesseits und auch im Hinblick auf das Jenseits.
-
Zur Busse und Sühne
von begangenem Unrecht, von Schuld, von Sünden.
-
Wunder
In der Hoffnung, es geschehe ein Wunder, es geschehe eine
Heilung (z.B. Lourdes).
-
Gelübde
Zur Erfüllung eines abgelegten Gelübdes nach Bestehen einer
Gefahr oder Krankheit.
-
Zum Dank
für eine Heilung oder Errettung aus einer Not.
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Karte der
europäischen Jakobswege nach Santiago de Compostela.
Karte erstellt von Manfred Zentgraf
erweitert und korrigiert durch Josef Schönauer und Franziska
Kehl |
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Speziell mittelalterliche Beweggründe der Santiago-Pilgerreise: |
- Politisch motiviert:
Könige und Fürsten besuchen einen Ort aus Prestigegründen
(Anleihen sind z.B. bei heutigen Papstbesuchen zu erkennen).
- Bezahlte Pilgerreise:
reiche Leute, die selber keine Zeit (oder vielleicht auch keine Lust) hatten,
beauftragten und bezahlten PilgerInnen, in ihrem Namen eine Pilgerreise anzutreten.
- Strafvollzug:
statt jemanden ins Gefängnis zu schicken, wurden Verurteilte auf den Weg
nach Santiago geschickt. Gegen Vorweisung der Pilgerurkunde vom Zielort war
die Strafe erlassen.
(Ähnlichkeiten sind heute bei Drogenabhängigen-Projekten zu erkennen:
per Schiff unterwegs, Outdoor-Projekte. Siehe: Bewährungshilfe, Kapitel Jakobsweg)
- Unfromme
Motive:
Dass es auch Probleme mit der Pilgerei gab, belegt ein
Dokument vom 4. Juni 1832, das in St.Gallen
veröffentlich wurde.
Es weist die Polizei an, 'Wallfahrter' ohne gültige
Ausweise nach Vorarlberg zurück zu schicken.
Dokument (Quelle: Landesarchiv Bregenz)
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Beweggründe
damals und heute: |
- Tapetenwechsel:
eine Pilgerreise ist ein 'legaler', öffentlich anerkannter
Grund, aus dem Alltag auszubrechen und die Eintönigkeit des Lebens zu
durchbrechen (modern ausgedrückt: Sabbatjahr, Bildungsurlaub).
- Neugier auf
das Fremde - Kontakt mit dem Fremden:
die Pilgerreise führt durch fremde Länder, Landschaften
und Städte. Sie führt mit fremden Menschen, fremden Kulturen und
Religionen
zusammen.
Der Jakobsweg ist ein echt europäischer, Europa-bildender Weg,
resp. ein solches Wegenetz.
- Sehnsucht
nach Abenteuer und Improvisation:
eine Pilgerreise, vor allem zu Fuss, bringt viel
Unvorhergesehenes und vielfältige, zum Teil abenteuerliche Erlebnisse mit
sich.
Es kann nicht alles wie zu Hause voraus geplant und fixiert
werden.
Die Aufmerksamkeit wird auf die Gegenwart statt auf die Vergangenheit oder Zukunft gerichtet.
Es ist die Erfahrung, im Hier und Jetzt zu leben.
- Sehnsucht
nach Einfachheit und Ursprünglichkeit:
Dies gilt in besonderem Masse für unsere Zeit in Bezug auf:
- Lebensstil:
natürliche Fortbewegung, einfaches Essen, wenig Kleider, einfaches Wohnen. (siehe auch Survival
Reisen)
- Zeit-Erfahrung:
den Tag, die Woche(n) ohne Terminkalender oder
Tagesplan-Raster erleben.
Impuls-Text
-
Religiöse
Erfahrungen:
-
direkte,
archaische und sinnliche religiöse Erfahrungen statt
entleerte, abgehobene oder unverständliche Lehren und
Rituale.
- Erfahrung
der Verbundenheit und des 'sich eins fühlen' mit der
Schöpfung, dem Kosmos, mit Gott (All-ein).
-
Religio
heisst 'verbunden, rückgebunden'. Pilgern wird auch
bezeichnet als: Beten mit den Füssen und dem ganzen
Körper.
- Leiberfahrung:
Die Erfahrung machen, dass 'ich' der Körper, der Geist
und die Seele bin, statt sie zu haben.
Der Mensch ist als 'Leib' unterwegs - Seele, Körper und
Geist kommen gleichzeitig in Bewegung und entdecken sich neu.
- Verabschieden:
Einige Menschen machen sich auf den Pilgerweg, um Abschied zu nehmen: von einer verstorbenen Person, von einer getrennten Person, von der Arbeitswelt
(Pensionierung), von einer bestimmten Lebensphase.
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Pilgerfigur in
Tournus. Foto:js. |
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Pilgerschaft
und Abschied-Nehmen: |
Auf
der Pilgerschaft gehört das Abschied-Nehmen zu jedem Tag.
Täglich führt die Reise weiter. Panta rei! - alles fliesst! Dieses
Lebensprinzip
entdeckte der griechische Philosoph Heraklit beim Betrachten eines
Flusses.
Schon nach einem Augenblick ist der Fluss nicht mehr der Gleiche wie
vorher.
Der Pilgerweg zeigt durch Erfahrung auf, dass unser ganzes Leben ein 'abschied-liches' Leben ist:
Abschied von der Mutter bei der Geburt, von Lebensphasen, von
Idealen, von befreundeten Menschen, von liebgewordenen Orten. |
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Todo
pasa,
y toda queda,
pero lo nuestro es pasar,
pasar haciendo caminos,
caminos sobre la mar.
(Antonio
Machado,
Ganzer Text)
Alles
vergeht, und alles bleibt,
aber es ist unser (Schicksal) zu vergehen,
zu vergehen, indem wir Wege gehen,
Wege über das Meer.
(Übersetzung
von Barbara Haab)
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Das Verabschieden
wird auf der Pilgerschaft täglich erlebt und durchlebt, statt wie im Alltag zuhause übertönt oder weggeschoben.
Die Trauer, herstammend aus Abschied(en) und Verlusten, darf
leben.
Sie kann sich wandeln in Lebensenergie und sie kann ihrer
Schwester, der Freude, Platz machen.
Nicht zuletzt das Ende des Pilgerweges in Santiago ist ein
Trauer auslösender Moment, was Viele vorerst aus Freude über
das erreichte Ziel nicht erkennen.
Manchmal äussert sich diese Trauer im Empfinden der Stadt
Santiago als überlaufene, chaotische Massen-Stadt - das
Aussen bildet das Innen ab und kann gut verwechselt werden.
Dass in früheren Zeiten auch die Heimreise eine nochmals
gleich lange Pilgerreise war, hatte seelisch gesehen sicher
ihren Wert - diese Erfahrung des langsam dem Zuhause
Annähern fehlt uns heutigen Pilgernden meist. Die Seele
äussert sich deshalb nach der Ankunft zuhause bei vielen
Pilgernden mit einer Krise. |
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PILGERN IN ANDEREN
ZUSAMMENHÄNGEN
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Labyrinth von
Chartres
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Kopie einer
Fotoreproduktion:
Bodenlabyrinth von Chartres |
In Chartres steht
eine der berühmtesten gotischen Kathedralen. Sie ist selbst eine
Station auf dem Pilgerweg nach Santiago. Auf dem Fussboden ist ein
Labyrinth eingelassen. Es nimmt die ganze Breite des Schiffs ein.
Somit ist beim Betreten des Kirchenschiffes das Labyrinth eine Art
Durchgang.
Darauf wurde jeweils ein Ostertanz der Kleriker aufgeführt. Im
Ostertanz wurde die Auferstehung Christi und die neue Weltschöpfung
gefeiert. Der liturgische Tanz ging weiter nach Sens und Auxerre. Auch
dort gab es ein Bodenlabyrinth.
Das Labyrinth leitet auf Pfaden, die chaotisch scheinen, doch in
Wirklichkeit geordnet sind. Die Kirchenlabyrinthe waren immer einlinig
und also kein Irrgarten. Man kann den Weg nur scheinbar verlieren - er
führt aber mit Sicherheit ins Zentrum - allerdings über viele
Wendungen, Kehren und lange Um-Wege.

Bodenlabyrinth vom
Eingang her betrachtet.
Umgang in 11 Kreisen, ca 262 Meter Länge.
Foto: js
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Geistige
Pilgerschaft
- Holzstich von
Flammarion |
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Holzstich
veröffentlicht in Flammarion's Buch 1888
(siehe nebenan die genauen
Angaben) nachträglich coloriert - Original in schwarz-weiss.
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Der Holzstich aus Camille
Flammarion, L'Atmosphère. Météorologie populaire, Paris 1888. wurde
lange Zeit für mittelalterlich gehalten. Das Bild empfindet das
vorkopernikanische Weltbild nach. Der Künstler erklärt seine
Darstellung als 'Durchbruch des Menschen durch das Himmelsgewölbe und
Erkenntnis der Sphären'. Das Bild hat etwas mit Pilgern zu tun, weil
darin auch oft der Durchbruch in eine neue Welt gesucht wird und oft
auch gelingt.
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Abraham und Sara, die 'Ur-Pilger' |
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"Der
Herr sprach zu Abraham: Zieh weg aus deinem Land, von deiner
Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir
zeigen werde. Ich werde dich zu einem grossen Volk machen, dich segnen
und deinen Namen gross machen. Ein Segen sollst du sein." (Gen 12, 1)
Abraham ist mit
Sara aufgebrochen in ein unbekanntes Land.
Für mich klingt
in dieser Geschichte und dem nebenstehenden Bild das Motiv des
'Sternenweges' an.
Der Jakobsweg wird auch Sternenweg genannt. |

Abraham betrachtet den
Sternenhimmel.
In Gen 15,5 heisst es:
"Er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl
die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So
zahlreich werden deine Nachkommen sein."
Das Bild stammt von Kees de Kort. |
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Die
Weisen aus dem Morgenland |
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Element auf einem Kapitell in
Autun, Frankreich:
ein Engel weist die drei schlafenden Könige auf den Stern hin.
Die drei Könige machten sich darauf auf den 'Sternenweg',
hin nach Bethlehem. Foto: js.
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Die Weisen (Magier,
Könige) aus dem Morgenland machten sich auf den Weg, weil ein Stern
die Geburt eines Königs ankündete.
Sie machten sich auf Pilgerschaft in die Fremde. Wie der Jakobsweg von
Osten nach Westen führt, kommen die Weisen aus dem Osten.
Das
Matthäusevangelium stellt diese Reise dar in Kapitel 2, 1-12.
In Vers 9 heisst es: " Und siehe, der Stern, den sie im Aufgehen
gesehen hatten, zog vor ihnen her, bis er ankam und stehenblieb über
dem Ort, wo das Kind war."
Die ganze Szenerie erinnert die Jakobsweg-Kundigen an die Legende vom
Stern, der über dem Feld leuchtete (Campos-Stella), wo das Grab
Jakobus lag.
Andere Anklänge sind in Namen von Gasthäusern zu erkennen: 'Drei
Könige' oder 'Krone'. Diese waren nicht selten Herbergen, die auch Pilgern zur
Verfügung standen. Eine solche befindet sich z.B. an der Rue Stalden
in Fribourg.
Interessante Seite zu den Drei Königen mit vielen Aspekten
Infos
zum heutigen Bethlehem.
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Bruder Klaus und
die Pilgerschaft
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Bruder Klaus wird von
einem Pilger besucht. Bruder
Klaus und der Jakobspilger. Holzschnitt aus der Chronik von Johann
Stumpff, Zürich 1548.
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Bruder Klaus - oder
Niklaus von Flüe lebte im Flüeli-Ranft bei Sachseln. Es liegt am
Jakobsweg zwischen Stans und dem Brünigpass. Offensichtlich hatte
Bruder Klaus öfters Besuch von Pilgern. Man weiss von ihm, dass er
für viele Menschen ein Ratgeber war.
Siehe folgenden
Artikel
von Werner T.
Huber, Dr. Theol.
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Jesus Christus als
Pilger
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An der Fassade der
Herberge von San Juan de Ortega findet sich die Kopie eines Reliefs
vom Kloster Santo Domingo de Silos.
Es stellt Christus mit den Pilgerutensilien dar, mit Tasche und
Jakobsmuschel.
Das Bild erinnert an die biblische Geschichte der beiden sogenannten
Emmaus-Jünger.
Die zwei Apostel waren nach dem Tod Jesu voller Trauer unterwegs von
Jerusalem nach Emmaus.
Hier ein Ausschnitt
dieses biblischen Textes, Lukasevangelium Kapitel 24, Vers 13 und
folgende:
"Am gleichen Tag waren zwei von den
Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien
von Jerusalem entfernt ist.
Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu
und ging mit ihnen.
Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, sodass sie ihn nicht
erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg
miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und
der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so
fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen
Tagen dort geschehen ist?
Er fragte sie: Was denn? Sie
antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig
in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk." (Bibel)
Das Bild
verdeutlicht eine spirituelle Aussage des Pilgerns: Christus ist als
Weggefährte unterwegs auf Pilgerschaft. So wie er damals von Ort zu
Ort unterwegs war und nirgends ein zuhause hatte, so ist er auf
unserem Lebensweg, auf unserer Pilgerschaft ein Weggefährte.
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Der Engel Raphael |
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Der Engel
Raphael wird als Begleit-Engel, als eigentlicher Schutzengel
dargestellt. Oft als Begleiter von Kindern analog der biblischen
Geschichte mit Tobias (Buch
Tobit Kap.5).
An der Aussenfassade des Schulhauses von Niederglatt SG malte der
Maler
Ferdinand Gehr
dieses Motiv, das mich durch die Schulzeit
begleitete.
In Córdoba traf ich eine besonders interessante Darstellung.
Der Engel Raphael geschmückt mit Jakobsmuscheln, dem Zeichen des
Pilgerns. |

Engel Raphael in der
Mezquita von Córdoba, geschmückt mit Jakobsmuscheln. Foto:JS |
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Jenseitsreise als
Pilgerreise - Pilgerreise als Jenseitsreise |
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Die
Jenseitsreise als Pilgerreise: Das
Purgatorium des hl. Patrick (Purgatorium = Reinigungsort)
Der Pilgerort und
die Pforte in die jenseitige Welt war Lough Derg im County Donegal in
Irland. Es war eine Höhle. Die Pilger kamen zu Tausenden an diesen
Ort, wo sie sich im Purgatorium einschliessen liessen.(S.55)
Darin erlebten sie Visionen, in denen sie ihre Pilgerreise bis ins
Jenseits ausdehnten. Diese Pilgerreise besteht bis zum heutigen Tag.
Der bekannteste
Bericht stammt von einem Ritter Owen, den der Zisterziensermönch H.
von Sawtry Ende des 12.Jhdt. zusammenstellte. Es ist eine
Bekehrungsgeschichte. Nach einer Nacht in der Höhle kommt Owen in
einen langen dunklen Gang. In Weiss gekleidete 12 Männer warnen Owen
vor den Gefahren und geben ein Schutzgebet mit, den Namen Jesu.
Er
besucht dann vier Stätten der Bestrafung. Er erlebt einen bodenlosen
Brunnen, einen feurigen Fluss und eine Brücke darüber. (S.59)
Dann kommt er zu einem Tor, das in einen lichtdurchfluteten Raum
führt, den Vorraum des Himmels. Weiter geht es auf einen Berggipfel,
wo er den Vorgeschmack des Himmels erlebt. (S.60) Er wird gegen
seinen Willen durch das Tor zurückgeführt. Danach schliessen sich 15
Tage Meditation in der Kirche an. Danach begibt er sich nach
Jerusalem, nicht mehr als Kreuzritter, sondern als Pilger. (S.61)
Das Merkmal der Vision von Ritter Owen ist die Vorstellung des
Lebens als einer Pilgerreise. Die Pilgerreise wird im
Hochmittelalter ein Symbol für die Reise des einzelnen durch Leben
und Tod. (S.63)
Darin wird der einsame Sucher gefeiert: der „weltvergessene Eremit,
der heilige irische Seefahrer, der Missionsritter, der höfische
Liebhaber, der wallfahrende Büsser“. (S.63)
In
diesen Zusammenhang wird auch die aufkommende Pilgerreise nach
Santiago de Compostela gestellt. Es gibt auch Jenseitsreisen in
Visionen, die eine Pilgerreise nach Santiago ersetzen.
(Aus:
C. Zeleski: Nah-Todeserlebnisse und Jenseitsvisionen. Insel
Taschenbuch 1995. Zusammengefasst
durch Josef Schönauer)
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'Der
Tod als Freund' von Alfred Rethel - Pilgerschaft und Tod |
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Im Bild von Alfred Rethel ist der Tod zusammen mit einem Mann erkennbar.
In einer Turmstube sitzt ein Mann am Ende seines Lebens in einem
Stuhl. Die Pilgerutensielen hat er in die 'Ecke' gestellt. An den
Stuhl angelehnt sehen wir den Pilgerhut mit Jakobsmuschel und den
Pilgerstab. Die Pilgerreise ist zum Ende gekommen. Pilgerschaft als
Symbol des Lebensweges. Der Tod läutet die Glocke. Die Stunde
schlägt.
Der Tod trägt als Pilgerutensilien die Jakobsmuschel, die Kalebasse
(Trinkgefäss aus einem Kürbis) und eine Pilgertasche. Durch das
Fenster ist der Sonnenuntergang zu sehen - oder ist es der
Sonnenaufgang?
Ein eindrückliches Bild zum Leben als Pilgerreise. In unserem Leben
ist der Tod mit dabei. Die Endlichkeit, die Begrenztheit der Stunden
ist immer da - wir würden es manchmal lieber anders haben.
(Überlegungen
von Josef Schönauer).
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ANDERE PILGERZIELE |
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Pilgern nach Rom -
die Via Francigena |
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Jerusalem, Rom und
Santiago waren die drei klassischen christlichen Pilgerorte des
abendländischen Christentums im Mittelalter.
Seit ein paar Jahren kommt der Weg nach Rom für FusspilgerInnen
wieder langsam ins Bewusstsein. Es gibt erste Berichte darüber.
Ein einfacher Pilgerführer dazu:
La Via Francigena. Guida- Vademecum dal Gran San Bernardo a Roma e
raccordo da Arles-F a Vercelli. Hrsg. von der Association via
Francigena.
Anschrift:
Association Via Francigena, CH-1941 Vollèges. Mail: info@francigena.ch.
Web: www.francigena.ch und
www.eurovia.tv/
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Pilgern
nach Jerusalem
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Noch erscheinen sie
vereinzelt, die Erlebnisberichte einer Fuss-Pilger-Reise nach
Jerusalem. Ein Beispiel dafür:
Dionys und Annelies
Zink, Weit ist der Weg nach Jerusalem. 2004.
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Pilgerweg der Bretagne - Le Tro Breiz |
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Ein Pilgerweg in der
Bretagne, der auf rund 600 Kilometern die Orte von sieben Heiligen
der Bretagne verbindet. Dazu sind Bücher erhältlich und eine
Homepage erklärt die Pilgerreise
hier. |
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Pilgerfahrt nach
Les-Saintes-Maries-de-la-Mer |
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Jedes Jahr Ende Mai (um den
25. Mai)
versammeln sich die Fahrenden aus ganz Europa in
Les-Saintes-Maries-de-la-Mer. Zu den verehrten Marien gehört auch
Maria Salome, die Mutter von Jakobus dem Älteren. Ebenso Maria Magdalena
und
Maria Jakobea.
Die Fahrenden verehren besonders die
schwarze Sara.
Link mit Erklärungen
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Die Marien Maria
Jakobea und Maria Salome
gelangen mit einem führungslosen Boot nach
Les-Saintes-Maries-de-la-Mer |
Die schwarze
Sara
wird besonders von den Fahrenden verehrt |
Krypta der
Kirche in Les-Saintes-Maries-de-la-Mer |
Fotos: JS |
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Pilgern auf den Berg Athos, Griechenland |
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Eine Pilgerreise in orthodoxe
Klöster, nur für Männer möglich.
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Hadsch -
Pilgerfahrt nach Mekka |
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Der
Islam kennt Mekka als Pilgerort. Eine der fünf religiösen Pflichten
der Muslime ist die Pilgerfahrt nach Mekka. Erklärungen dazu finden
sich hier.
Beiträge mit vielen Multimedia-Links sind auf dieser
Seite zusammengestellt.
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Pilgern in Japan |
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Pilgern im
japanischen Buddhismus |
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Die Wallfahrt zu den
88 heiligen Stätten, den 88 Tempeln, auf der Insel Shikoku, Japan.
Diese Rund-Pilgerreise erinnert in Vielem an den Jakobsweg, vor
allem die Formalitäten.
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Karte zu Shikoku der viertgrössten Insel Japans
Karte des Pilgerweges
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Pilgern im
japanischen Shintoismus |
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Einer der heiligen
Berge ist der Fuji-San (hier meist als Fuji-yama bezeichnet). Der
3776 m hohe Vulkan-Berg faszinierte die Menschen schon immer. In
verschiedenen Etappen, Höhenstufen, führt der Weg zum Gipfel. Dort
betrachten die Pilgerinnen und Pilger den Sonnenaufgang. In einem
shintoistischen Schrein hält ein Priester seine Gebete. |
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Pilgerzentrum in
Schweden: Pilgrimscentrum Vadstena |
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In diesem Pilgerzentrum wird das Pilgern gepflegt. Die Homepage des
Pilgerzentrums bietet sehr gute Texte zum Pilgern. Aus der
Ausschreibung:
"...unser Pilgerzentrum dient als Treffpunkt und Ruheplatz im
Alltag. Die schöne Natur ist ganz in der Nähe, und der Klosterpfad
lädt zu einer Pilgerwanderung ein. So kommt man auch seinen inneren
Landschaften ganz nah und kann viel für die Reinigung der Seele tun."
Link zum
Pilgerzentrum |
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Pilgern zum
Mont-St-Michel in der Normandie, Frankreich |
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Die Abtei
Mont-St-Michel liegt in einer Bucht zwischen Normandie und
Bretagne am Atlantik. Der Hl. Michael wird dort etwa seit dem
Jahr 700
verehrt. Die Benediktiner bauten darauf eine Abtei ab dem 10.
Jahrhundert.
(Auch in Le Puy steht eine berühmte St.Michaels-Kapelle auf dem
Aiguilhe St.Michel).
Seit 2003 lebt auf dem Mont-Saint-Michel eine Gemeinschaft von Jerusalem (wie in Vézelay).
Es ist eine bei uns wenig bekannte neue geistliche Gemeinschaft.
Bei Flut wurde der Hügel vom Meer umspült, bis für den Verkehr
ein Zugangsdamm gebaut wurde. Dieser soll durch eine Brücke
ersetzt werden, die das Wasser wieder durch lässt. Bei Ebbe geht das
Wasser weit zurück, sodass es möglich ist, die Bucht zu Fuss zu
überqueren. Bei Mont-St-Michel gibt es die grösste Differenz an
der Atlantikküste zwischen Ebbe und Flut von bis zu 12 m
Höhenunterschied
Zum Überqueren der Bucht wird ein Führer gebraucht, der die
Gezeiten, die Untiefen, die Schlammlöcher und Flüsse in der
Bucht kennt.
Die 'Miquelots', wie die Pilgerinnen und Pilger zum
Mont-St-Michel genannt werden, legen weite Wege zum
Mont-St-Michel zurück. Zugleich ist der Abtei-Hügel
Ausgangspunkt und Etappenort zum Jakobsweg nach Santiago über
die Bretagne.
Links:
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