Fotoalbum und Bericht  der Generalversammlung
Vereinigung der FreundInnen des Jakobsweges der  Schweiz 
St.Gallen 29./30. März 2003

Fotos et raport de l'Assemblée generale
Association Suisse 'les amis des Chemins de St.Jacques'
St-Gall  29./30.Mars 2003

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Extrabus
Extrabus von St.Gallen HB nach Martinsbrücke

 


bei der Martinsbrücke
Start der Wanderung von der Martinsbrücke: 
'Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen' - 
formulierte der Mönch angesichts des schaurigen Martintobels.

bei Ruethi
Entlang dem Jakobsweg nach St.Gallen

 

Rund 170 Jakobspilgerinnen und - pilger aus der ganzen Schweiz versammelten sich am letzten März-Wochenende 2003 in der Stadt St.Gallen. Die schweizerische Vereinigung der Freunde des Jakobsweges beehrt jedes Jahr einen anderen Ort mit ihrer Jahrestagung. Einer der Höhepunkte war die Einweihung des Stempels mit der Aufschrift ‘St.Gallen am Jakobsweg’.

 

Gespannt entstiegen die wanderlustigen Leute einem Extrabus bei der Martinsbrücke zwischen St.Gallen und Untereggen. ‘Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen’ formulierte der Mönch Notker angesichts des schauerlichen Tobels, das heute die Martinsbrücke überspannt. Ein langer Pilgerzug  setzte sich in Bewegung. Er  zog entlang dem Jakobsweg vorbei am Schaugenbädli, dem Schachenbüchel ins Achslenquartier.

 


Richtung Vogelherd
Pilgerzug Richtung Vogelherd

 

Kirche Halden
Empfang im oekumenischen Gemeindezentrum Halden - 
'Johanneskirche am Jakobsweg'

Bei der ‘Johanneskirche am Jakobsweg’, wie die Haldenkirche auf einem Stempel bezeichnet wird, wurde die Pilgerschar von Pfarreileiter Charlie Wenk empfangen. Der Znüni und eine Einführung in die Geschichte des ökumenischen Gemeindezentrums Halden gehörten zu dieser Rast. Der Weg führte weiter vorbei am Hof Tablat, dem Goldbrünneli, der Linsebühlkirche durch das Karlstor direkt auf den Klosterplatz. Im Innenhof erwartete die Gäste die Original-St.Galler-Bratwurst.

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Linsebuehl-Kirche
Linsebuehlkirche

Linsebuelstrasse
Ausgang Linsebühlstrasse Richtung Kathedrale

 



Einzug zum Karlstor
In der Nähe des Karlstors

 

St.Galler Bratwurst
Empfang der PilgerInnen im Innenhof des Klosters

 


Ostschweizer Wein
auch das Gläschen Ostschweizer Weisswein durfte nicht fehlen.

 

Sonnenbad
Sonnenbad bei der Galluskapelle

 

Franziska


 

Eingang
Eingang zur Galluskapelle gut bewacht

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am Grill
Von 200 Würsten blieben nur wenige übrig.

 

am Brunnen
Rast am Brunnenrand

 

 

 

 

 

 

Sicht auf die Kathedral-Tuerme

HV-Henri Jansen
angenehmer Rahmen für die Traktanden

 

Pfalzkeller
Pfalzkeller St.Gallen gestaltet von Santiago Calatrava


Pfalzkeller


 

St.Gallen zeigte sich wettermässig von der besten Seite. Nach der Mittagsrast an der wärmenden Sonne versammelte sich die Gesellschaft im Pfalzkeller zur traktandarischen Hauptversammlung. Manch ein Oh und Ah konnte beim Eintreten in diesen vom Spanier Santiago Calatrava gestalteten Kellerraum vernommen werden.

 

Bei der anschliessenden Stadtführung standen die Entstehung der Stadt seit Gallus, die Schiedsmauer, die verschiedenen Erker und die historische Stiftsbibliothek im Zentrum des Interesses. Die von Hand sorgfältig beschriebenen und verzierten Pergamentblätter stehen in krassem Kontrast zu heutigen E-Mail-Nachrichten. Wie die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg sind diese Kunstwerke durch die Kombination von Langsamkeit und Beharrlichkeit so wertvoll geworden.

 

 


Schiedmauer - ehemalige Trennmauer zwischen Kloster und Stadt

 

Kugelgasse 8
Pilger oder nicht Pilger - das ist hier die Frage! - Erker an der Kugelgasse. 
Zur fehlenden Jakobsmuschel meinte ein Besucher: 
wahrscheinlich hat er sie in den Sack gesteckt.

 

Ekkehard
170 Personen finden sich zum Pilger-Buffet im Ekkehard-Saal ein.

 


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Ekkehard
Ekkerhardsaal von hinten betrachtet.

 

Buffet
französische und spanische Köstlichkeiten...


Buffet
lustvolles Warten
Zum Pilgern gehört seit je das Geniessen des Abends bei Speis und Trank. So liess sich die Gesellschaft von französischen und spanischen Spezialitäten verwöhnen. Als offizieller politischer Vertreter des städtischen Gemeinderates entbot Albert Nufer ein Grusswort. Er fügte eine Betrachtung über den Weg und die Bedeutung der Langsamkeit in der heutigen Zeit der Schnelligkeit an.

Hunger
wer keinen Hunger hatte bekam ihn spätestens jetzt

 

Musik
Galicische Musik aus Herisau tönt wie in Santiago 

 

Jakobsmuscheln
Jakobsmuscheln als Schlagzeug

 


 

Stempel für die Pilger in St.Gallen

Ein Höhepunkt war die Einweihung eines neuen Stempels. Generalvikar Dr. Anton Thaler nahm den von Franziska Kehl geschaffenen Stempel zuhanden des Dompfarramtes entgegen. Von nun an können sich die Pilgerinnen und Pilger auf ihrem Pilgerpass mit diesem Jakobsweg-Stempel bestätigen lassen, dass sie in St.Gallen vorbei gekommen sind. Der Stempel wird neu auch in der Touristeninformation und in der Buchhandlung Rösslitor für Pilgerinnen und Pilger aufliegen.

 

Über den Abend verteilt liess eine vierköpfige galicische Musikgruppe aus Herisau Instrumente und Melodien erklingen, die normalerweise rund um Santiago de Compostela zu hören sind.

 

A. Nufer
Albert Nufer
entbietet den Gruss des Stadt- und Gemeinderates St.Gallen
und spricht besinnliche Worte
zum Weg
und der Langsamkeit
Sein Rat:
geht auch zurück zu Fuss...

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Jakobus Kronberg
Bildnis von Jakobus aus der Jakobuskapelle am Kronberg

 

 

 

Der Sonntag begann mit dem Besuch der Choralmesse im Dom. Die lateinischen Choral-Gesänge zum Laetare-Sonntag eigneten sich gut, um die französisch- und deutschsprachigen Pilger zu verbinden. Generalvikar Dr. A.Thaler hatte speziell für diesen Gottesdienst spanische Gebete aus der mozarabischen Liturgie ausgewählt. Der Dom strahlte im Sonnenlicht und liess etwas von Laetare, von der Freude spüren.

Ein nächster Teil der Zusammenkunft war zwei Referaten gewidmet.

 

 

 Chorgestuehl Dom
das prächtige barocke Chorgestühl im Dom St.Gallen

Gallusglocke
Gallusglocke
im Chorraum der Kathedrale St.Gallen

Auf der Suche nach Verinnerlichung 

Dr. Peter Witschi aus Herisau beleuchtete Zusammenhänge des Jakobsweges mit der Ostschweiz. Die Legende vom wild fuchtelnden Prediger Jakobus in Spanien, der seine Stäbe soweit schleudert, dass sie beim Kronberg landen und dort eine Quelle sprudeln lassen, liess die Leute aufhorchen und schmunzeln. Diese Legende ist aufgenommen im Wappen von Gonten, das in den spanischen Farben rot und gelb und mit zwei Pilgerstäben gestaltet ist. P. Witschi wusste von vielen Geschichten um Frauen und Männer zu berichten, die vor einigen Jahrhunderten aus Gossau, Herisau  oder von Kroatien über Rorschach den Pilgerweg nach Santiago unter die Füsse nahmen. Auch die Rivalität der lokalen Wallfahrtsorte mit dem grossen Pilgerziel Santiago ist einigen Anekdoten zu entnehmen. So erfuhr man nebenbei, dass St.Gallen einst ein Marienwallfahrtsort zu unserer Lieben Frau ‘Maria im Gatter’ gewesen ist.

 

 

Der zweite Referent Dr. Max Schaer beleuchtete die beiden Heiligen Kolumban und Wyborada. Kolumban aus Irland war ein Mann des stetigen Unterwegsseins, der Pilgerschaft durch Frankreich, die Schweiz bis nach Italien. Diesen stellte er in Kontrast zur ersten heilig gesprochenen Frau der Christenheit Wyborada. Sie, die zuerst in St.Georgen weilte, liess sich bei St.Mangen einschliessen. Sie wollte sich einwurzeln. Beiden gemeinsam war die konsequente Suche nach Verinnerlichung. So kamen interessane Parallelen zur Befindlichkeit und Spiritualität heutiger Pilgersleute zu diesen heiligen Persönlichkeiten zum Vorschein.
Wyborada bei St.Mangen St.Gallen
Wyborada bei der Kirche St.Mangen

 

Das Mittagessen war für viele Teilnehmende der Schlussteil. Zwei Gruppen besichtigten anschliessend den Dom und liessen sich von seiner barocken Vielfalt beeindrucken. Dann hiess es endgültig adieu zu sagen, um sich auf den Heimweg nach Luzern, Bern, Sion, Lausanne,Genf zu machen.

Jakobus muss an diesem Wochenende in St.Gallen seine Freude gehabt haben - mindestens hatten es die nach ihm benannten Pilgerinnen und Pilger. 

 

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