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Was
ist der Jakobsweg
- Wegesystem -
Karte Jakobsweg Europa
Der Jakobsweg, Jakobusweg ist ein ganzes Wege-System. So wie die Verästelungen
von Bachläufen und Flüsschen zu einem Flusssystem führen,
durchqueren verschiedenste Wege ganz Europa nach Spanien. Es ist
deshalb auch richtig, von den Jakobswegen in Mehrzahl zu
sprechen. Eine Karte zu den Jakobswegen in Europa findet sich
hier.
(Wege
durch Süddeutschland, der Weg von München nach Lindau fehlt)
In Spanien führt ein Hauptweg, der camino francés, von den Pyrenäen bis
nach Santiago de Compostela in Nordwestspanien und noch weiter
bis ans Cap Finisterre am Atlantik.
Die Länge des Weges ab der
Schweiz beträgt ungefähr 2350 km (Übersichtstabelle
hier). Die
durchschnittliche Pilgerzeit für diesen Weg beträgt drei Monate
ohne den Heimweg (berechnet auf der Grundlage von ca 25 km pro
Tag).
- Der Name
Jakobsweg
Der Name Jakobusweg bezieht sich auf den Apostel Jakobus den
Älteren. Er war zusammen mit seinem Bruder Johannes einer der
zwölf Apostel. Nach der Legende war er in Spanien als Missionar
unterwegs. Nach seinem gewaltsamen Tod in Jerusalem, wurden
seine Gebeine nach der Legende über das Mittelmeer nach Galicien
gefahren. In Santiago de Compostela befinde sich sein Grab.
Die
Wege, die nach Santiago führen, erhielten den Namen Jakobsweg.
Es entwickelten sich auch andere Namen wie Sternenweg und
Milchstrasse. Zur Person Jakobus siehe hier...
- Das
Jakobusgrab in Santiago
Die Legende besagt, dass die Gebeine von Jakobus in Santiago
begraben liegen. Ans Jakobusgrab setzte zeitgleich zur spanischen Reconquista eine grosse Pilgerschaft ein. Santiago gehörte im
Mittelalter mit Rom und Jerusalem zu den drei grossen
christlichen Pilgerzielen.
- Schweizer
Jakobswege
Durch die Schweiz führt der sogenannte
Schwabenweg von Konstanz nach Einsiedeln, der
St. Galler-Weg ab
Rorschach via St. Gallen nach Einsiedeln und der Appenzeller-Weg
von Rankweil via St. Peterzell nach Einsiedeln. Diese Wege sind
ausgeschildert.
Von Einsiedeln geht es weiter entweder
über Flüeli-Ranft und den Brünigpass oder über Luzern nach Fribourg, Lausanne und
Genf.
Karte.
Seit 2007 wird für die Schweizer Jakobuswege auch der Begriff
'via jacobi' gebraucht.
Ab Genf führt die 'via gebennensis' nach Le Puy in die 'via podiensis'.
- Aufschwung
der Pilgerschaft auf dem Jakobsweg
In den letzten dreissig Jahren hat die Pilgerschaft auf dem
Jakobsweg einen grossen Aufschwung erlebt. Der Europarat
erklärte 1987 den Weg zum ersten europäischen
Kulturweg.
1993 wurde der Camino francés in Spanien in die Liste der
Weltkulturerbe der
UNESCO aufgenommen.
Wurden 1987 gut 5000 PilgerInnen pro Jahr registriert, waren
es im Jahr
1995 bereits 20'000.
Im Jahr 2006 waren es erstmals über 100'000 (ausgenommen die heiligen
Jahre 1999 und 2004), die aus allen Ländern der Erde Santiago
erreichten und dort registriert wurden. D.h. sie haben entweder den ganzen
Weg ab zuhause oder durch ganz Spanien, mindestens aber die
letzten 100 km der Strecke zu Fuss, oder 200 km per Fahrrad oder Pferd
zurückgelegt.
Die Pilgerzahlen wachsen seit vielen Jahren in sehr regelmässiger
Art stetig an.
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Quelle:
Erzbistum Santiago. Zusammenstellung und
Darstellung: Josef Schönauer.
(1989: 5'760; 2008: 125'141, 2009: 145'877, 2010: 270'818)
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Weitere Statistiken |
- Innerer
Wandel der PilgerInnen
Der Jakobsweg ist für viele PilgerInnen wie ein Raum, in dem
sie einen inneren Wandel erleben.
Caminante, son tus huellas el camino, y nada más; caminante, no hay camino, se hace camino al andar. Al andar se hace camino, y al volver la vista atrás se ve la senda que nunca se ha de volver a pisar. Caminante, no hay camino, sino estelas en la mar.
(Antonio Machado,
Poesías completas. Espasa-Calpe S.A., Madrid (12) 1969.)
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Wanderer, es
sind deine Spuren,
der Weg, und nichts weiter.
Wanderer, es gibt keinen Weg;
man erschafft den Weg im Gehen.
Im Gehen erschafft man den Weg,
und wenn man den Blick zurückwendet,
sieht man den Pfad,
den man nie wieder zu gehen haben wird.
Wanderer,
es gibt keinen Weg - nur Kielspuren eines Schiffes im Meer.
(Übersetzung von Barbara Haab, in:
Weg und Wandlung. Zur Spiritualität heutiger Jakobspilger und
-pilgerinnen.
Universitätsverlag Freiburg Schweiz. S.236)
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Jakobsweg
und Pilgerschaft
Die Pilgerschaft
auf dem Jakobsweg ist eine Metapher des menschlichen
Lebensweges;
des Lebensweges, der geprägt ist vom Prinzip 'Werden-Sein-Vergehen'.
Darauf deutet die
Ausrichtung des Jakobusweges hin: er führt von Osten nach Westen.
- Osten
Im Osten geht die Sonne auf. Der Sonnenaufgang und damit
der Osten ist ein Symbol für das Werden, die Geburt, für den
Beginn des Lebens und für die Neugeburt.
- Westen
Im Westen geht die Sonne unter. Der Sonnenuntergang ist
ein Symbol für das Vergehen, das Sterben und den Tod.
- Geostete
Kirchen
Die Ausrichtung von Ost nach West findet sich auch in den
meisten Kirchen. Der Chorraum ist geostet. Von dort ist das
Leben (Sonne, Licht, Christus) zu erwarten. Die Hauptpforte
dieser Kirchen zeigt nach Westen. So geschieht beim Betreten
der Kirchen eine Bewegung vom Tod ins Leben. Nach der
Neugeburt (Umwandlung) im Kirchenraum tritt der Mensch wieder
in seinen Lebensweg ein, der vom Werden, Sein und Vergehen
geprägt ist.
- Santiago
und Finisterre
Der Jakobsweg führt nach Santiago. Von dort führt ein
weiteres Wegstück nach Finisterre, was 'Ende der Welt' heisst.
Das Cap Finisterre liegt am Atlantik, der Begrenzung der
ehemaligen Welt (siehe die Weltkarte des
Hekatoios vor 2500 Jahren). Darauf deutet auch der Name jener Küste hin:
Costa da morte (Küste des Todes, galicisch), auf spanisch 'Costa de la
Muerte'.
Dieser Punkt bezeichnet den Tod und die Wiedergeburt: Sterben
des bisherigen, Wiedergeburt zu erneuertem Leben.
-
Metapher
Meer
Das Meer gilt als Urwasser, als Verschlingerin und
Gebärerin des Lebens, als Ort von Geburt, Transformation und
Wiedergeburt . Es ist auch eine Metapher für die Ewigkeit.

Jakobsmuschel

In diesem
Zusammenhang ist das Pilgerzeichen, die Jakobsmuschel, zu sehen.
Jeder wichtige Pilgerort hat sein Abzeichen: Jerusalem das
Jerusalemkreuz, Rom die gekreuzten Pilgerstäbe und Santiago die
Jakobsmuschel.
An der Küste Galiciens gibt es die Jakobsmuschel im Meer. Die
Jakobsmuscheln sind Kamm-Muscheln, wissenschaftlich 'Pecten maximus'
genannt. Sie können durch öffnen und schliessen der beiden Schalen
aktiv schwimmen.
Spätestens ab dem 12. Jahrhundert bringen die PilgerInnen aus
Santiago eine Muschel nach Hause. Sie belegt die bestandene
Pilgerreise. Später wird sie auf der Pilgerkleidung, am Hut, am
Mantel oder am Rosenkranz angebracht. Sie weist einen Menschen als
PilgerIn auf dem Jakobusweg aus.
Die Muschelverkäufer in Santiago wurden concheros genannt. Die
Silber- und Goldschmiede an der Plaza de las Platerias (Platero
heisst Silberschmied) hinter der Kathedrale von Santiago stellten
die Muschel in Silber und Gold her.
Der St.Galler Goldschmied Richard
Lux nahm diese Tradition im Sommer 03 wieder auf.
Angebote von
handgefertigten Jakobsmuscheln.
Internetseite von Richard Lux.
Die Legende
sagt: Ein junger Adliger tritt ungeachtet der Fluten dem
Schiff entgegen, das den Leichnam von Jakobus nach Galicien brachte.
Als schon die Wellen über ihm zusammenschlagen, hilft ihm Santiago
ans rettende Ufer. Pferd und Reiter sind über und über mit
Muscheln bedeckt. |

Jakobusfigur
in Mogelsberg. Foto:js. |
Christen sahen in
der Muschel ein Symbol für die Zeugung des Gottessohnes in der
Jungfrau Maria. Christus, die Perle, entsteht aus der Hochzeit von
Himmel und Erde.
Die Muschel
symbolisiert die Begegnung des Pilgers mit dem Himmlischen (Grenze
zwischen endlich und unendlich in Finisterre).
Dass die Muschel
auch als Schöpfgefäss dient, ist eher eine nebensächliche
Erklärung.
Es gibt auch einige Gemeindewappen in der Schweiz, die die
Jakobsmuschel tragen. Siehe die Bilder dazu auf der speziellen
Site:
Gemeindewappen
in der Schweiz mit Jakobsmuschel.
In
Salamanca gibt es das zwischen 1500 und 1514 erbaute Gebäude für
den Kanzler des Santiago-Ordens, dessen Fassade mit 400
Jakobsmuscheln verziert ist.


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Zur
Person von Jakobus
Jakobus ist der
Sohn von Zebedäus (Mk 1, 20) und Maria
Salome. Sein Bruder ist der
Apostel Johannes. Siehe dazu das Bild nebenan.
Jakobus arbeitete
als Fischer am See Genesareth (Mk 1, 19). Er wurde zusammen mit
Johannes und dem Brüderpaar Petrus und Andreas zum Jünger von
Jesus erwählt.
Als
Erst-Erwählte werden diese vier Apostel, manchmal drei, bei vielen
wichtigen Ereignissen in Jesu Leben dabei sein. Die vier Apostel
bilden so etwas wie einen inneren Kreis.
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Darstellung
der 'Zebdäusfamilie' in der Franziskanerkirche in
Luzern. (Foto:js) |
Jakobus liess
seinen Vater Zebedäus am See bei der Arbeit zurück und folgte
Jesus auf dem Weg.
Schon bald erlebt
er mit Jesus eine erste Heilung. Die Schwiegermutter von Petrus wird
in ihrem Haus vom Fieber geheilt, anschliessend noch viele andere
Menschen (Mk 1, 30ff).
Jesus nannte
Jakobus und Johannes 'Donnersöhne' (Mk 3, 17), was wohl eine
charakterliche Beschreibung ist. Der
Charakter des Donnersohnes Jakobus kommt in Lk 9, 52-56 zum
Vorschein, wo er über die Leute, die die Jünger nicht aufnehmen
wollten, Feuer und Vernichtung herabbitten möchte.
Bei der Heilung
der Tochter des Synagogenvorstehers Jaïrus durften nur Simon
Petrus, Jakobus und Johannes mit dabei sein (Mk 5, 37). Die gleichen
drei Jünger nahm Jesus mit auf den Berg, wo er verklärt wurde (Mk
9, 2ff).
Später ersuchen
Jakobus und Johannes, nach dem Matthäusevangelium auch ihre Mutter
Maria Salome (Mt 20, 20), Jesus darum, im Himmelreich rechts und
links von ihm sitzen zu dürfen. Die andern Apostel ärgern sich
sehr (Mk 10, 35-41).
Als Jesus auf dem
Ölberg die Zerstörung des Tempels ankündet, sind wiederum nur
Jakobus, Petrus, Johannes und Andreas dabei (Mk 13, 3). Mit den drei
Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes sieht Jesus im Garten
Gethsemane dem nahenden Tod entgegen (Mk 14, 33).
Beim Leiden und
Sterben von Jesus sind bekanntlich verschiedene Frauen in der Nähe
geblieben, aber keine männlichen Jünger (ausser Johannes).
Darunter war auch die Mutter von Jakobus (Mt 27, 56 ; Mk 15, 40).
Sie hilft auch
mit, wohlriechende Salben zu kaufen, um den Leichnam Jesu
einzubalsamieren (Mk 16, 1-4).
Nach der
Auferstehung erscheint Jesus einigen Jüngern am See von Tiberias,
darunter auch den Zebedäussöhnen (Jo 21, 2).
In der Zeit
zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten ist Jakobus zusammen mit
den anderen Jüngern und vielen Frauen zum Gebet versammelt (Apg 1,
13).
Nachher finden
wir nur noch den Hinweis darüber, wie Jakobus getötet wurde (Apg
12, 2). Herodes liess ihn während des Passafestes enthaupten.
(siehe Bild)
Es handelt sich um Herodes Agrippa I., der von 41-44 König über
ganz Palästina war.
Das Sterbedatum
für Jakobus ist somit spätestens das Jahr 44. Mit der Art des
Todes von Jakobus hat sich erfüllt, was Jakobus in Mt 20, 22
gegenüber Jesus äusserte - nämlich, er könne den Kelch
austrinken, d.h. an seinem Schicksal teilhaben.
Aus dem
Todesdatum lässt sich ableiten, dass Jakobus historisch betrachtet
kaum bis nach Spanien gereist war, wie es spätere Legenden zu
berichten wissen. Weitere Angaben zum Leben des Apostel Jakobus
finden sich im Neuen Testament nicht.
Legendensammlung
der Legenda
Aurea* zum Apostel Jakobus:
der
ganze Text (pdf-Datei)
Die heilige Sippe - mit der Familie des Jakobus und Johannes
Legenden zum hl. Jakobus auf einem Fenster in Chartres
Legendensammlung zu vielen Orten am Jakobsweg von Klaus
Schaefer (*das ist die
Legenda aurea)
Das Fest
des heiligen Jakobus wird am 25. Juli begangen.
Fällt der 25.Juli auf einen Sonntag, findet in Santiago
ein heiliges Jahr statt. Vergangene Heilige Jahre: 1971, 1976,
1982, 1993, 1999, 2004,
2010.
Nächste heilige Jahre sind:
2021, 2027, 2032, 2038, 2049, 2055.
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Jakobusfigur
Insel Reichenau. Foto:js.
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Enthauptung
von Jakobus. |

Legenden
zu Jakobus und dem Jakobsweg
Wie
Jakobus nach Spanien kam
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Jakobus
ging nach dem Tod Christi in Ira Flavia (heute Padron) an Land, um
in Spanien zu missionieren. Nach zwei Jahren soll er zurückgekehrt
sein.
Nach
seiner Enthauptung in Jerusalem luden die Jünger aus Furcht vor den
'Juden' den Leichnam auf ein Schiff. Sie steuerten es nicht. Ein
Engel leitete sie nach Galicien, dem Reich der Königin Lupa (siehe
über die Lupa: Charpentier, magisch reisen. Am
Ende der Milchstrasse, auch
einem Begriff für den Jakobsweg, steht das Sternzeichen des Grossen
Hundes).). Sie landen beim heutigen Padron.
Sie
nahmen den Leichnam vom Schiff, legten ihn auf einen Stein. Der gab
nach wie Wachs und formte sich zu einem Sarg.
Sie
baten um einen würdigen Ort für die Bestattung. Königin Lupa
wollte nicht. Viele wundersame Ereignisse geschahen. Wilde Ochsen,
gezähmt durch das Kreuzzeichen, zogen den Leichnam auf einem Wagen
in Königin Lupa's Palast. Sie bekehrte sich zum Christentum. Der
Palast wurde in eine Santiago-Kirche umgewandelt und der Leichnam
hier begraben. (Legenda aurea) |

Darstellung der Überfahrt des Leichnams
vom Apostel Jakobus nach Galicien in Padrón. Foto: js |
Parallelen
einer Translatio - ÜberführungDie 'heiligen
Marien' und ihre Begleiter kamen mit einem steuerlosen Schiff von
Palästina nach Südfrankreich (Les Saintes-Maries-de-la-Mer): Maria
Jakobäa, die Tante Jesu, Maria Salome, die Mutter von Jakobus,
Maria und Martha, die Geschwister von Lazarus, Maximin und die
schwarze Sara. (Herder S.124) |
Variante, wie
Jakobus nach Spanien kamKaiser Justinian
I. (527 - 65) soll den Leib des hl. Jakobus dem Sinaikloster
geschenkt haben. Beim Sturm des Islam brachten Mönche die Gebeine
nach Spanien, wo man sie in der Kirche Santa Maria zu Merida
verwahrte. Als die Moslems im Jahre 711 Spanien überrannten,
vergrub man den Leichnam in der römisch-suebischen Nekropole an der
Stelle der heutigen Kathedrale in Santiago. (Gorys, Nordspanien,
Artemisverlag, S. 41) |
Der Stern
über dem FeldZwischen 812 und
824 entdeckte der Eremit Pelayo von einem Stern geleitet in einer römisch-suebischen
Nekropole die Gebeine des Apostels Jakobus. Der Bischof Theodomir
von Iria Flavia liess über dem Grab eine Kirche erbauen. (Gorys,
Nordspanien, Artemisverlag S.194) Später wird der Bischofssitz nach
Santiago verlegt.
Interessant:
Schon vor
860 wurde das Heiligengrab im Martyrologium von
St.Gallen erwähnt. (S. 41)
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GESCHICHTE UND
/ ODER LEGENDE
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Schlacht
von Clavijo
In
der Schlacht der Reconquista bei Clavijo (843) soll Jakobus hoch zu
Ross mit Banner und Schwert in den Kampf eingegriffen und die
Schlacht für die Christen entschieden haben. (S.41f) Seither wird
er auch als 'Matamoros' (Maurentöter) dargestellt.
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Deckengemälde
Kirche Steinach. Foto:js. |

Karl
der Grosse, Roland und der Sternenweg
Nach
der Legende erscheint Jakobus Karl dem Grossen im Traum. Er sieht
den Sternenweg vom Friesischen Meer bis nach Galicien. Deshalb
bricht er dorthin auf. Beim Anmarsch nimmt er Pamplona ein. Beim Rückweg
verliert Roland in der Nachhut bei Roncesvalles trotz heftigem Kampf
das Leben. Roland war so stark, dass er mit dem Schwert einen
Felsblock spalten konnte. Er bläst ins Horn Olifant, das zerspringt
(aufbewahrt in Bordeaux).
Historisch
ist, dass Karl der Grosse gegen die Mauren nach Südspanien gerufen
wurde. Er nimmt Pamplona ein, damit sich die Sarazenen dort nicht
verstecken können. Da zuhause Schwierigkeiten auftreten, kehrt er
von Südspanien zurück. Die Nachhut wird bei Roncesvalles
geschlagen. Ausführungen
dazu siehe hier.
In Aachen ist Karl
der Grosse begraben. Das Bild mit dem Sternenweg ist dort zu sehen.
Gralsmythos
Der
Gralsmythos gelangt im Hochmittelalter nach Nordspanien. Ein
Gralskelch wurde im Kloster San Juan de la Peña, im Kloster San
Adrián, in Jaca, auf dem Cebreiro und in Montserrat gezeigt. Die
Franzosen Chrétien de Troyes und Robert de Boron deuteten die
Opferschale der Kelten (gracal oder graal) im christlichen Sinne als
Abendmahls- oder Blutkelch.
Zur
Jakobsmuschel
Ein junger
Adliger ritt dem Schiff entgegen, das den Leichnam des Apostels
Jakobus nach Galicien brachte, und versank dabei in den Fluten.
Santiago half ihm wieder ans rettende Ufer, doch war er und sein
Pferd nun vollkommen mit Muscheln bedeckt.
Das Hühnerwunder
- Die Legende
vom Hahn und dem Huhn
Auf
der Pilgerschaft nach Santiago de Compostela nächtigt eine deutsche
Familie - Vater, Mutter und Sohn - in einem Gasthaus in Santo
Domingo. Die Tochter des Wirtes verliebt sich in den jungen Mann.
Vergeblich bietet sie ihm ihre Gunst an. Da sie zurückgewiesen
wird, wandelt sich ihre Liebe in Hass.
Unbemerkt
steckt sie einen silbernen Becher in seinen Sack. Sobald der Wirt
den Diebstahl bemerkt, lässt er die Pilger verfolgen. Der Becher
wird beim Burschen gefunden. Der eilends herbeigerufene Richter lässt
ihn hängen.
Unter
Gebeten setzen die betrübten Eltern den Pilgerweg fort. Als
sie bei der Rückkehr am Galgen vorbeikommen, vernehmen sie jedoch
die Stimme des Gehenkten: "Liebe Eltern, grämt euch nicht,
denn ich bin gar nicht tot! Santiago hat mich gehalten."
Man
hastet zum Richter und erzählt ihm davon. Der sitzt gerade beim
Mittagessen und will nicht gestört werden. "Eure Geschichte
kann so wenig wahr sein und euer Sohn so wenig lebendig wie diese
frisch gebratenen Hahn und Henne auf meinem Teller wieder lebendig
werden." Da
flattert das bereits gerupfte Federvieh auf, und laut krähend bekräftigt
der Hahn die Wahrheit. Statt
des Unschuldigen wird die Verleumderin gehenkt. (Du
Mont 110)
In
Santo Domingo de la Calzada werden in der Kathedrale in einem Käfig
bis zum heutigen Tag ein Huhn und ein Hahn lebend gehalten.
Variation
des Hühnerwunders
(in
'Legenda aurea' S.493) Im Jahre 1020 kam ein Deutscher mit seinem
Sohn nach Toulouse. Der Wirt füllt sie mit Alkohol ab und versteckt
einen silbernen Becher in ihrem Mantelsack. Der Wirt verfolgt sie,
beschuldigt sie des Diebstahls. Der Sohn wird gehenkt. Der Vater
geht nach Santiago und kommt nach 36 Tagen zurück. Der sagt:
'Liebster Vater, weine nicht, denn mir war nie so wohl: wisse, Sankt
Jakob hat mich bis zu dieser Stunde gehalten und mich erquicket mit
himmlischer Süssigkeit.'
Das
Volk nimmt den Sohn vom Galgen und henkt den Wirt.
Bilder
von diesem Wunder sind auch an der Fassade der Friedhofkapelle in Tafers FR
angebracht.

Ausrüstung
eines Jakobspilgers damals
- gutes Schuhwerk

- Trinkflasche:
oftmals als Kürbis abgebildet, auch heute noch zu kaufen
- breiter Hut:
gegen Sonne und Regen
- guter Mantel:
Pelerine ( von 'Pélerin' , franz. Pilger)
- Tasche
- Stab: als
Geh-Hilfe und als Waffe zur Verteidigung gegen böse Hunde und
allenfalls gegen Wegelagerer (für an der Seefahrt Interessierte: es
gibt den sogenannten 'Jakobsstab' als Messinstrument. Siehe
Ausführungen dazu und eine Skizze hier.)
- Jakobsmuschel
: geheftet an Hut oder Mantel
- Pilgerausweis:
von der Heimatpfarrei ausgestellt
- Die Aussehen der
PilgerInnen übertrug sich später auf die Darstellung des hl.
Jakobus als Pilger.
Ursprünglich wurde er als Apostel mit der Bibel in der Hand
dargestellt.

Jakobusfigur auf dem Jakobsbrunnen
in Rorschach. Foto:js.
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Jakobusfigur
im Ordinariat
St.Gallen,
ursprünglich in der Kirche
St.Martin St.Gallen-Bruggen. Foto: js |
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Weitere
Darstellungen des Hl. Jakobus |
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Ausrüstung
heute
Alle
obigen Ausrüstungsgegenstände in moderner und leichter Ausführung.
Beispiel einer möglichen Packliste.
Zuviel gepackt? -
eine
Geschichte zum Schmunzeln.
- PILGERPASS
- CREDENCIAL
DEL PEREGRINO - CARTE DU PÈLERIN
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die drei Zwecke - zum
Gebrauch - wo bestellen
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Der Pilgerpass,
manchmal auch Pilgerbrief, spanisch 'Credencial' genannt,
ist für drei Zwecke nützlich. Es gibt verschiedene Ausgaben von Pilgerpässen und den
Pilgerpass, der von der Bruderschaft in Santiago ausgegeben
wird. Ein Pilgerpass hat kein
Ablaufdatum.
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Die drei Zwecke eines
Pilgerpasses:
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1. Zum Sammeln
von Stempeln:
Als Dokument, um auf dem Weg Pilgerstempel zu sammeln. Diese
Stempel sind bei bestimmten Kirchen, bei Pfarrämtern, manchmal
in Tourismusbüros und in Pilgerherbergen erhältlich. In
Deutschland und der Schweiz gibt es solche Stempel nicht
überall. Viele Pilgerinnen und Pilger betrachten die Stempel,
versehen mit dem Datum, als eine Art Tagebuch und wertvolles
Souvenir. Es kann auch ein Stempel eines Hotels oder einer
anderen Institution eingetragen werden.
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2.
Für die
Unterkunft in Pilgerherbergen:
Der Pilgerpass weist eine Person als Pilgerin oder Pilger auf
dem Jakobsweg aus. Er berechtigt dazu, in den Pilgerherbergen
aller Länder inklusive Spanien um einen Übernachtungsplatz zu
fragen. Bedingung ist, dass man zu Fuss, per Fahrrad oder zu
Pferd unterwegs ist.
(Ein Recht auf Übernachtung lässt sich daraus nicht
ableiten!)
|
3.
Zur Erlangung der 'Compostela' in Santiago: In Santiago kann auf dem Pilgerbüro gegen
Vorweisen des Pilgerpasses
die 'Compostela'
(manchmal 'Compostelana' genannt)
bezogen werden.
Die 'Compostela' ist die traditionelle Urkunde, die bestätigt, dass jemand
nach Santiago 'pietatis causa' (aus religiösen und/oder spirituellen
Motiven) gepilgert ist.
Seit 2009 wird
verlangt, dass auf den letzten 100 km zu Fuss, resp. 200 km mit dem
Fahrrad, pro Tag zwei Stempel eingetragen sind. Dies gilt vor allem
dann,
wenn jemand die Pilgerreise erst in Galicien beginnt.
zurück zum Beginn
Pilgerpass |
Zum
Gebrauch des Pilgerpasses:
Im Pilgerpass
wird pro Pilgertag mindestens ein Stempel, meist am
Übernachtungsort, eingetragen und mit dem entsprechenden Datum
versehen. Sind alle
Stempelfelder voll, ist in Frankreich und Spanien in den
grösseren Herbergen ein neuer Pilgerpass erhältlich.
In der Schweiz
ist ein Pilgerpass für das Übernachten in den Pilgerherbergen
von Märstetten,
St.Gallen, Rapperswil,
Heitenried und Gland nötig. Er kann dort auf der
Pilgerreise vor Ort erworben werden. In Sirnach
(Schwabenweg)
schenkt das Gasthaus Engel gegen Vorweisen des Pilgerpasses eine Pilgersuppe aus
ebenso das Hotel Jakob in
Rapperswil.
In St.Gallen erhält man gegen Vorweisen des Pilgerpasses
einen reduzierten Eintritt zur Stiftsbibliothek.
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Pilgerpass |
Wo
bestelle ich einen Pilgerpass:
- Pilgerpass
für die Schweiz, Frankreich, Spanien:
Für Leute,
die einen Pilgerpass ab der Schweiz bei sich haben möchten, stellt
der 'Verein Pilgerherberge Sankt Gallen' (Mailadresse siehe
weiter unten - keine telefonische Bestellung möglich!) gerne einen
Pilgerpass des schweizerischen Dachverbandes 'Jakobsweg
Schweiz' aus. Der Pass beinhaltet 42 Felder für Stempel. Er ist mit einer Plastikhülle geschützt. Dieser Pilgerpass ist gültig für die Pilgerherbergen in allen
Ländern.
Der Verein benötigt zur Bestellung folgende Angaben: Name, Vorname, Adresse,
Pass- resp. ID-Nummer, Start- und Zielort sofern bekannt.
Diese Angaben schicken Sie bitte per Mail an: pilgerpass@pilgerherberge-sg.ch
(Frau E. Pertzel). Keine
telefonische Bestellung möglich. Innerhalb der Schweiz
wird Ihnen der Pilgerpass für SFr.
15
gegen Rechnung zugesandt. Im Preis ist die
Posttaxe inbegriffen.
Die Bestellfrist beträgt minimal eine Woche.
zurück zum Beginn
Pilgerpass
- Pilgerpass
für den Weg in Deutschland und Österreich:
Die entsprechenden Vereinigungen für den Jakobsweg stellen
den Pilgerpass aus. Einige verlangen die Mitgliedschaft, andere
stellen den Pilgerpass direkt gegen Gebühr aus.
Informationen für
Deutschland. Informationen für
Österreich.
- Pilgerpass
von der Bruderschaft in Santiago bei der 'schweizerischen Vereinigung der Freunde des Jakobsweges':
(www.jakobusweg.ch)
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Informationen
Schweizerische
Vereinigung:
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Les amis du Chemin de St.Jacques -
Die Freunde des Jakobsweg
Die Vereinigung sorgt sich um den Unterhalt des Jakobsweges in
der Schweiz. Sie gibt die Zeitschrift Ultreïa heraus und stellt
Mitgliedern Literatur, eine Unterkunftsliste für die Schweiz
und andere praktische Informationen zur Verfügung. Anmeldung
siehe nächste Zeilen. (www.jakobusweg.ch)
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| Adressen
der Vereinigung: |
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| Andere
nützliche Adressen: |
- Linienbusse
nach Spanien und zurück:
Ab der Schweiz:
Reisebüro
ALSA-Eggmann Zürich, Tel. +41 (0)43 366 64 30. Fahrten in
alle grossen Städte Spaniens und zurück ab Basel, Zürich,
Bern.
Abfahrten: Dienstag, Donnerstag, Samstag 09.00 Uhr;
Ankunft ca. 15.30 Uhr am folgenden Tag. Zurück gleiches
System.
Preis (2010): Zürich - Bilbao einfach ca. SFR 180.
Santiago - Zürich einfach ca. SFR 220, hin und zurück ca.
SFR 390.
Ab Deutschland:
Linienbusse
Eurolines
Ab Österreich:
zuerst mit
Eurolines nach Zürich oder Deutschland, von dort weiter
siehe oben.
- Weitere
Reiseinformationen siehe unter
Links
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- Prospekte,
Stadtpläne, Posters zum Jakobsweg in Spanien:
Spanisches Fremdenverkehrsamt, Seefeldstr. 19, 8008 Zürich. Tel. 044 253
60 52, Mail.
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Literatur - Pilgerführer
für den Jakobsweg von der Ostschweiz bis nach Santiago
siehe
hier...
Literatur zu anderen
Jakobsweg-Strecken finden sich in der
Literaturliste unter dem Kapitel 13.4.
Sie kann wegen der grossen Anzahl neuer Bücher nicht mehr vollständig auf
dem neuesten Stand gehalten werden.
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