PILGERN AUF DEM JAKOBSWEG 

Jakobsweg - Jakobusweg - Jakobswege                  

Pilgern Hintergrundinfos Jakobsweg Pilgerreisen St.Gallen Links zum Jakobsweg  
Aktuelles zum Jakobsweg Bücher     facebook.com/pilgern.ch

Home

 
Diese Seite enthält Hintergrundinformationen zum Jakobsweg, auch genannt Jakobusweg oder Jakobswege. 
(Autor und Webmaster:Josef Schönauer jakobsweg@pilgern.ch )
Inhalt der Seite Jakobsweg:

 

Was ist der Jakobsweg

o ein Wegesystem - Karte Jakobsweg Europa
Der Jakobsweg, Jakobusweg ist ein ganzes Wege-System. So wie die Verästelungen von Bachläufen und Flüsschen zu einem Flusssystem führen, durchqueren verschiedenste Wege ganz Europa nach Spanien. Es ist deshalb auch richtig, von den Jakobswegen in Mehrzahl zu sprechen. Eine Karte zu den Jakobswegen in Europa findet sich hier
(Wege durch Süddeutschland, der Weg von München nach Lindau fehlt)
In Spanien führt ein Hauptweg, der camino francés, von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela in Nordwestspanien und noch weiter bis ans Cap Finisterre am Atlantik.
Die Länge des Weges ab der Schweiz beträgt ungefähr 2350 km
(Übersichtstabelle hier). Die durchschnittliche Pilgerzeit für diesen Weg beträgt drei Monate ohne den Heimweg (berechnet auf der Grundlage von ca 25 km pro Tag).

 

o Der Name Jakobsweg 
Der Name Jakobusweg bezieht sich auf den Apostel Jakobus den Älteren. Er war zusammen mit seinem Bruder Johannes einer der zwölf Apostel. Nach der Legende war er in Spanien als Missionar unterwegs. Nach seinem gewaltsamen Tod in Jerusalem, wurden seine Gebeine nach der Legende über das Mittelmeer nach Galicien gefahren. In Santiago de Compostela befinde sich sein Grab.
Die Wege, die nach Santiago führen, erhielten den Namen Jakobsweg. Es entwickelten sich auch andere Namen wie Sternenweg und Milchstrasse. Zur Person Jakobus siehe hier...

 

o Schweizer Jakobswege 
Durch die Schweiz führt der Jakobsweg als via-jacobi Nr. 4 ab Rorschach via St. Gallen nach Einsiedeln (herkommend von München, Lindau/Bregenz), der sogenannte Schwabenweg von Konstanz nach Einsiedeln, der Appenzeller-Weg von Rankweil via St. Peterzell nach Einsiedeln.
Von Einsiedeln geht es weiter entweder über Flüeli-Ranft und den Brünigpass oder über Luzern nach Fribourg, Lausanne und Genf. Karte.
Seit 2007 wird für die Schweizer Jakobuswege auch der Begriff 'via jacobi' gebraucht.
Ab Genf führt die 'via gebennensis' nach Le Puy in die 'via podiensis'.
 

Signalisation in der Schweiz - linke Tafel in
Richtung Santiago - rechte Tafel von
Santiago weg nach Hause

 

Wegweisertafel am Schwabenweg
Signalisation am Schwabenweg von
Konstanz Richtung Einsiedeln

o Das Jakobusgrab in Santiago 
Die Legende besagt, dass die Gebeine von Jakobus in Santiago begraben liegen. Ans Jakobusgrab setzte zeitgleich zur spanischen Reconquista eine grosse Pilgerschaft ein. Santiago gehörte im Mittelalter mit Rom und Jerusalem zu den drei grossen christlichen Pilgerzielen.

 

o Aufschwung der Pilgerschaft auf dem Jakobsweg
In den letzten dreissig Jahren hat die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg einen grossen Aufschwung erlebt. Der Europarat erklärte 1987 den Weg zum ersten europäischen Kulturweg. 1993 wurde der Camino francés in Spanien in die Liste der Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.
1987 wurden rund 5000 PilgerInnen pro Jahr registriert, im Jahr 1995 waren es bereits 20'000.
Im Jahr 2006 kamen erstmals über 100'000 Pilgerinnen und Pilger in Santiago an (ausgenommen die heiligen Jahre 1999 und 2004). D.h. sie haben entweder den ganzen Weg von zuhause weg oder durch ganz Spanien, mindestens aber die letzten 100 km der Strecke zu Fuss, oder 200 km per Fahrrad oder Pferd zurückgelegt.
Die Pilgerzahlen wachsen seit vielen Jahren in sehr regelmässiger Art stetig an. 
Diverse aktualisierte statistische Angaben


 
(1989: 5'760; 2008: 125'141, 2009: 145'877, 2010: 270'818, 2013: 215'880, 2014: 237'385)

 

o Innerer Wandel der PilgerInnen
Der Jakobsweg ist für viele PilgerInnen wie ein 'Raum'. Beim Durchschreiten dieses Raumes erleben viele einen inneren Wandel. Manche brechen als WanderIn auf und kommen als PilgerIn nach Hause.
Über die Qualität des Weges hat Antonio Machado einen poetischen Text verfasst.
Caminante, 
son tus huellas el camino, 
y nada más; 
caminante, 
no hay camino, 
se hace camino al andar. 
Al andar se hace camino, 
y al volver la vista atrás se ve la senda 
que nunca se ha de volver a pisar. 
Caminante, 
no hay camino, 
sino estelas en la mar.
 

(Antonio Machado,
Poesías completas. Espasa-Calpe S.A., Madrid (12) 1969.)
Wanderer, es sind deine Spuren, 
der Weg, und nichts weiter. 
Wanderer, es gibt keinen Weg; 
man erschafft den Weg im Gehen. 
Im Gehen erschafft man den Weg, 
und wenn man den Blick zurückwendet, 
sieht man den Pfad, 
den man nie wieder zu gehen haben wird. 
Wanderer, 
es gibt keinen Weg - nur Kielspuren eines Schiffes im Meer. 


(Übersetzung von Barbara Haab, in:
Weg und Wandlung. Zur Spiritualität heutiger Jakobspilger und -pilgerinnen.
Universitätsverlag Freiburg Schweiz. S.236)

Jakobsmuschel zum Anfang zurück

Jakobsweg und Pilgerschaft

Die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg ist eine Metapher des menschlichen Lebensweges; des Lebensweges, der geprägt ist vom Prinzip 'Werden-Sein-Vergehen'.

Darauf deutet die Ausrichtung des Jakobusweges hin: er führt von Osten nach Westen.

  1. Osten 
    Im Osten geht die Sonne auf. Der Sonnenaufgang und damit der Osten ist ein Symbol für das Werden, die Geburt, für den Beginn des Lebens und für die Neugeburt.

  2. Westen
    Im Westen geht die Sonne unter. Der Sonnenuntergang ist ein Symbol für das Vergehen, das Sterben und den Tod.

  3. Geostete Kirchen
    Die Ausrichtung von Ost nach West findet sich auch in den meisten Kirchen. Der Chorraum ist geostet. Von dort ist das Leben (Sonne, Licht, Christus) zu erwarten. Die Hauptpforte dieser Kirchen zeigt nach Westen. So geschieht beim Betreten der Kirchen eine Bewegung vom Tod ins Leben. Nach der Neugeburt (Umwandlung) im Kirchenraum tritt der Mensch wieder in seinen Lebensweg ein, der vom Werden, Sein und Vergehen geprägt ist.

  4. Santiago und Finisterre
    Der Jakobsweg führt nach Santiago. Von dort führt ein weiteres Wegstück nach Finisterre, was 'Ende der Welt' heisst. Das Cap Finisterre liegt am Atlantik, der Begrenzung der ehemaligen Welt (siehe die Weltkarte des Hekatoios vor 2500 Jahren). Darauf deutet auch der Name jener Küste hin: Costa da morte (Küste des Todes, galicisch), auf spanisch 'Costa de la Muerte'.
    Dieser Punkt bezeichnet den Tod und die Wiedergeburt: Sterben des bisherigen, Wiedergeburt zu erneuertem Leben.

  5. Metapher Meer
    Das Meer gilt als Urwasser, als Verschlingerin und Gebärerin des Lebens, als Ort von Geburt, Transformation und Wiedergeburt . Es ist auch eine Metapher für die Ewigkeit.

 

 Person Jakobus zum Anfang zurück

Jakobsmuschel
In diesem Zusammenhang ist das Pilgerzeichen, die Jakobsmuschel, zu sehen. Jeder wichtige Pilgerort hat sein Abzeichen: Jerusalem das Jerusalemkreuz, Rom die gekreuzten Pilgerstäbe und Santiago die Jakobsmuschel. 


An der Küste Galiciens gibt es die Jakobsmuschel im Meer. Die Jakobsmuscheln sind Kamm-Muscheln, wissenschaftlich 'Pecten maximus' genannt. Sie können durch öffnen und schliessen der beiden Schalen aktiv schwimmen.

 

Jakobsmuschel zum Essen
Jakobsmuschel auf dem Markt in Santiago.
Foto: JS
Spätestens ab dem 12. Jahrhundert bringen die PilgerInnen aus Santiago eine Muschel nach Hause. Sie belegt die bestandene Pilgerreise. Später wird sie auf der Pilgerkleidung, am Hut, am Mantel oder am Rosenkranz angebracht. Sie weist einen Menschen als PilgerIn auf dem Jakobusweg aus. 

Die Muschelverkäufer in Santiago wurden concheros genannt. Die Silber- und Goldschmiede an der Plaza de las Platerias (Platero heisst Silberschmied) hinter der Kathedrale von Santiago stellten die Muschel in Silber und Gold her.

Die Legende besagt: Ein junger Adliger tritt ungeachtet der Fluten dem Schiff entgegen, das den Leichnam von Jakobus nach Galicien brachte. Als schon die Wellen über ihm zusammenschlagen, hilft ihm Santiago ans rettende Ufer. Pferd und Reiter sind über und über mit Muscheln bedeckt. 

Bestellung von Jakobsmuscheln bei: Pilgerherberge Sankt Gallen

Jakobusfigur in Mogelsberg mit Jakobsmuschel
Jakobusfigur in der
Jakobuskirche Mogelsberg. Foto:js.

Deutungen zur Jakobusmuschel
Christen sahen in der Muschel ein Symbol für die Zeugung des Gottessohnes in der Jungfrau Maria. Christus, die Perle, entsteht aus der Hochzeit von Himmel und Erde.
Die Muschel symbolisiert die Begegnung des Pilgers mit dem Himmlischen (Grenze zwischen endlich und unendlich in Finisterre).
Dass die Muschel auch als Schöpfgefäss dient, ist eher eine nebensächliche (moderne zweckmässige) Erklärung.


Es gibt auch viele Gemeindewappen in der Schweiz, die die Jakobsmuschel tragen. Siehe die Bilder dazu auf der speziellen Site:  Gemeindewappen in der Schweiz mit Jakobsmuschel.

In Salamanca gibt es das zwischen 1500 und 1514 erbaute Gebäude für den Kanzler des Santiago-Ordens, dessen Fassade mit 400 Jakobsmuscheln verziert ist.

Salamanca
Fassade in Salamanca. Foto: JS

 Person Jakobus zum Anfang zurück

Zur Person von Jakobus
Jakobus ist der Sohn von Zebedäus (Mk 1, 20) und Maria Salome. Sein Bruder ist der Apostel Johannes. Siehe dazu das Bild nebenan. 

Jakobus arbeitete als Fischer am See Genesareth (Mk 1, 19. Er wurde zusammen mit Johannes und dem Brüderpaar Petrus und Andreas zum Jünger von Jesus erwählt. (Bild mit Lebensstationen)

Als Erst-Erwählte werden diese vier Apostel, manchmal drei davon, bei vielen wichtigen Ereignissen in Jesu Leben dabei sein. Die vier Apostel bilden so etwas wie einen inneren Kreis.

Jakobus liess seinen Vater Zebedäus am See bei der Arbeit als Fischer zurück und folgte Jesus auf den Weg.

Schon bald erlebt er mit Jesus eine erste Heilung. Die Schwiegermutter von Petrus wird in ihrem Haus vom Fieber geheilt, anschliessend noch viele andere Menschen (Mk 1, 30ff).

Jesus nannte Jakobus und Johannes 'Donnersöhne' (Mk 3, 17), was wohl eine charakterliche Beschreibung ist. Der Charakter des Donnersohnes Jakobus kommt in Lk 9, 52-56 zum Vorschein, wo er über die Leute, die die Jünger nicht aufnehmen wollten, Feuer und Vernichtung herab rufen möchte.

Bei der Heilung der Tochter des Synagogenvorstehers Jaïrus durften nur Simon Petrus, Jakobus und Johannes mit dabei sein (Mk 5, 37). Die gleichen drei Jünger nahm Jesus mit auf den Berg, wo er verklärt wurde (Mk 9, 2ff).

Später ersuchen Jakobus und Johannes, nach dem Matthäusevangelium auch ihre Mutter Maria Salome (Mt 20, 20), Jesus darum, im Himmelreich rechts und links von ihm sitzen zu dürfen. Die andern Apostel ärgern sich sehr (Mk 10, 35-41).

Als Jesus auf dem Ölberg die Zerstörung des Tempels ankündet, sind wiederum nur Jakobus, Petrus, Johannes und Andreas dabei (Mk 13, 3). Mit den drei Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes sieht Jesus im Garten Gethsemane dem nahenden Tod entgegen (Mk 14, 33, Bild).

Beim Leiden und Sterben von Jesus sind bekanntlich verschiedene Frauen in der Nähe geblieben, aber keine männlichen Jünger (ausser Johannes). Darunter war auch die Mutter von Jakobus (Mt 27, 56 ; Mk 15, 40).

Sie hilft auch mit, wohlriechende Salben zu kaufen, um den Leichnam Jesu einzubalsamieren (Mk 16, 1-4).

Nach der Auferstehung erscheint Jesus einigen Jüngern am See von Tiberias, darunter auch den Zebedäussöhnen (Jo 21, 2).

In der Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten ist Jakobus zusammen mit den anderen Jüngern und vielen Frauen zum Gebet versammelt (Apg 1, 13). 

Nachher finden wir nur noch den Hinweis darüber, wie Jakobus getötet wurde (Apg 12, 2). Herodes liess ihn während des Passafestes enthaupten. (siehe Bild) 
Es handelt sich um Herodes Agrippa I., der von 41-44 König über ganz Palästina war.

Das Sterbedatum für Jakobus ist somit spätestens das Jahr 44. Mit der Art des Todes von Jakobus hat sich erfüllt, was Jakobus in Mt 20, 22 gegenüber Jesus äusserte - nämlich, er könne den Kelch austrinken, d.h. an seinem Schicksal teilhaben.

Aus dem Todesdatum lässt sich ableiten, dass Jakobus historisch betrachtet kaum bis nach Spanien gereist war, wie es spätere Legenden zu berichten wissen. Weitere Angaben zum Leben des Apostel Jakobus finden sich im Neuen Testament nicht.

Legendensammlung der Legenda Aurea* zum Apostel Jakobus: 
der ganze Text (pdf-Datei)

Die heilige Sippe - mit der Familie des Jakobus und Johannes

Legenden zum hl. Jakobus auf einem Fenster in Chartres

Legendensammlung zu vielen Orten am Jakobsweg von Klaus Schaefer

(*das ist die Legenda aurea)

Das Fest des heiligen Jakobus wird am 25. Juli begangen. 
Fällt der 25.Juli auf einen Sonntag, findet in Santiago ein heiliges Jahr statt. Vergangene Heilige Jahre: 1971, 1976, 1982, 1993, 1999, 2004, 2010.
Nächste heilige Jahre sind: 2021, 2027, 2032, 2038, 2049, 2055.


Johannes, Mutter Maria Salome, Jakobus und Vater Zebedäus - Darstellung in der Franziskaner-Kirche Luzern. Foto: JS
 

Maria Salome
Mutter Maria Salome in der
Kathedrale von Santiago


Jakobusdarstellung Insel Reichenau
Jakobusfigur Insel Reichenau. Foto:js.
 

Heilige Pforte in Santiago de Compostela
Enthauptung von Jakobus.
Bild an der heiligen Pforte in
Santiago de Compostela

 
Darstellungen des heiligen Jakobus
in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich und Spanien

Ausrüstung damals zum Seitenanfang

Legenden zu Jakobus und dem Jakobsweg      

Wie Jakobus nach Spanien kam
Jakobus ging nach dem Tod Christi in Ira Flavia (heute Padrón) an Land, um in Spanien zu missionieren. Nach zwei Jahren soll er zurückgekehrt sein.

Nach seiner Enthauptung in Jerusalem luden die Jünger aus Furcht vor den 'Juden' den Leichnam auf ein Schiff. Sie steuerten es nicht. Ein Engel leitete sie nach Galicien, dem Reich der Königin Lupa (siehe über die Lupa: Charpentier, magisch reisen. Am Ende der Milchstrasse, auch einem Begriff für den Jakobsweg, steht das Sternzeichen des Grossen Hundes). Sie landen beim heutigen Padrón.

Sie nahmen den Leichnam vom Schiff, legten ihn auf einen Stein. Der gab nach wie Wachs und formte sich zu einem Sarg. Die Überführung - traslacio genannt - wird in Padrón und Santiago jährlich am 30. Dezember gefeiert.

Sie baten um einen würdigen Ort für die Bestattung. Königin Lupa wollte nicht. Viele wundersame Ereignisse geschahen. Wilde Ochsen, gezähmt durch das Kreuzzeichen, zogen den Leichnam auf einem Wagen in Königin Lupa's Palast. Sie bekehrte sich zum Christentum. Der Palast wurde in eine Santiago-Kirche umgewandelt und der Leichnam hier begraben. (Legenda aurea)

 


Überfahrt des Leichnams von Jakobus. Darstellung in Padrón. Foto: JS


Überfahrt des Leichnams von Jakobus. Darstellung in Santiago. Foto: JS

Auf diesen Stein in Padrón soll Jakobus gelegt worden sein. Foto: JS
Parallelen einer Translatio - Überführung
Die 'heiligen Marien' und ihre Begleiter kamen mit einem steuerlosen Schiff von Palästina nach Südfrankreich (Les Saintes-Maries-de-la-Mer): Maria Jakobäa, die Tante Jesu, Maria Salome, die Mutter von Jakobus, Maria und Martha, die Geschwister von Lazarus, Maximin und die schwarze Sara. (Herder S.124)


Maria Jacobea und Maria Salome in der Kirche von Les-Saintes-Maries-de-la-Mer


Jährliche Prozession am 25.Mai - die beiden Marien werden ins Meer getragen und landen rituell wieder. Fotos: JS

Variante, wie Jakobus nach Spanien kam
Kaiser Justinian I. (527 - 65)  soll den Leib des hl. Jakobus dem Sinaikloster geschenkt haben. Beim Sturm des Islam brachten Mönche die Gebeine nach Spanien, wo man sie in der Kirche Santa Maria zu Merida verwahrte. Als die Moslems im Jahre 711 Spanien überrannten, vergrub man den Leichnam in der römisch-suebischen Nekropole an der Stelle der heutigen Kathedrale in Santiago. (Gorys, Nordspanien, Artemisverlag, S. 41)
 
Wie das Grab von Jakobus entdeckt wurde - der Stern über dem Feld
Zwischen 812 und 824 entdeckte der Eremit Pelayo von einem Stern geleitet in einer römisch-suebischen Nekropole die Gebeine des Apostels Jakobus.
Der Bischof Theodomir von Iria Flavia liess über dem Grab eine Kirche erbauen. (Gorys, Nordspanien, Artemisverlag S.194)
Später wird der Bischofssitz nach Santiago verlegt. 

Interessant: Schon vor 860 wurde das Heiligengrab im Martyrologium von  St.Gallen erwähnt. (S. 41)

Diese Legende macht Parallelen zur Weihnachtsgeschichte. Dort finden die Weisen aus dem Morgenland den neugeborenen Jesus anhand eines Sternes.

 


Darstellung des Sterns über dem gefundenen Grab. Fassade der Kathedrale Santiago.

     

Person Jakobus zum Anfang zurück

GESCHICHTE UND / ODER LEGENDE      

Schlacht von Clavijo
In der Schlacht der Reconquista bei Clavijo (843) soll Jakobus hoch zu Ross mit Banner und Schwert in den Kampf eingegriffen und die Schlacht für die christlichen Nordreiche entschieden haben. (S.41f) Seither wird er auch als 'Matamoros' (Maurentöter) dargestellt. Diese Darstellung ist gerade in der heutigen Zeit problematisch

Karl der Grosse, Roland und der Sternenweg
Nach der Legende erscheint Jakobus Karl dem Grossen im Traum. Er sieht den Sternenweg vom Friesischen Meer bis nach Galicien. Deshalb bricht er dorthin auf. Beim Anmarsch nimmt er Pamplona ein. Beim Rückweg verliert Roland in der Nachhut bei Roncesvalles trotz heftigem Kampf das Leben. Roland war so stark, dass er mit dem Schwert einen Felsblock spalten konnte. Er bläst ins Horn Olifant, das zerspringt (aufbewahrt in Bordeaux).

Historisch ist, dass Karl der Grosse gegen die Mauren nach Südspanien gerufen wurde. Er nimmt Pamplona ein, damit sich die Sarazenen dort nicht verstecken können. Da zuhause Schwierigkeiten auftreten, kehrt er von Südspanien zurück. Die Nachhut wird bei Roncesvalles geschlagen.  Ausführungen dazu siehe hier.

In Aachen ist Karl der Grosse begraben. Das Bild mit dem Sternenweg ist dort zu sehen.  

Deckengemälde in der Jakobuskirche Steinach. Jakobus Matomoros. Foto: JS


Traum Karls des Grossen - dargestellt in Aachen, wo Karl der Grosse begraben liegt - er sieht den 'Sternenweg' in Spanien

Gralsmythos
Der Gralsmythos gelangt im Hochmittelalter nach Nordspanien. Ein Gralskelch wurde im Kloster San Juan de la Peña, im Kloster San Adrián, in Jaca, auf dem Cebreiro und in Montserrat gezeigt. Die Franzosen Chrétien de Troyes und Robert de Boron deuteten die Opferschale der Kelten (gracal oder graal) im christlichen Sinne als Abendmahls- oder Blutkelch.  

 

Kirche auf Cebreiro-Pass
In der Kirche von Cebreiro geschah ein Messwunder - manche vermuten hier den Gralskelch. Foto: JS

   
 

Ausrüstung heute zum Seitenanfang

Das Hühnerwunder - Die Legende vom Hahn und dem Huhn
Auf der Pilgerschaft nach Santiago de Compostela nächtigt eine deutsche Familie - Vater, Mutter und Sohn - in einem Gasthaus in Santo Domingo. Die Tochter des Wirtes verliebt sich in den jungen Mann. Vergeblich bietet sie ihm ihre Gunst an. Da sie zurückgewiesen wird, wandelt sich ihre Liebe in Hass.

Unbemerkt steckt sie einen silbernen Becher in seinen Sack. Sobald der Wirt den Diebstahl bemerkt, lässt er die Pilger verfolgen. Der Becher wird beim Burschen gefunden. Der eilends herbeigerufene Richter lässt ihn hängen.

Unter Gebeten setzen die betrübten Eltern den Pilgerweg fort. Als sie bei der Rückkehr am Galgen vorbeikommen, vernehmen sie jedoch die Stimme des Gehenkten: "Liebe Eltern, grämt euch nicht, denn ich bin gar nicht tot! Santiago hat mich gehalten."

Man hastet zum Richter und erzählt ihm davon. Der sitzt gerade beim Mittagessen und will nicht gestört werden. "Eure Geschichte kann so wenig wahr sein und euer Sohn so wenig lebendig wie diese frisch gebratenen Hahn und Henne auf meinem Teller wieder lebendig werden." Da flattert das bereits gerupfte Federvieh auf, und laut krähend bekräftigt der Hahn die Wahrheit. Statt des Unschuldigen wird die Verleumderin gehenkt. (Du Mont 110)  

In Santo Domingo de la Calzada werden in der Kathedrale in einem Käfig bis zum heutigen Tag ein Huhn und ein Hahn lebend gehalten.

Friedhofkapelle Tafers
An der Friedhofkapelle von Tafers ist
das sogenannte Hühnerwunder
mit Bildtafeln dargestellt. Foto: JS

Variation des Hühnerwunders 
(in 'Legenda aurea' S.493) Im Jahre 1020 kam ein Deutscher mit seinem Sohn nach Toulouse. Der Wirt füllt sie mit Alkohol ab und versteckt einen silbernen Becher in ihrem Mantelsack. Der Wirt verfolgt sie, beschuldigt sie des Diebstahls. Der Sohn wird gehenkt. Der Vater geht nach Santiago und kommt nach 36 Tagen zurück. Der sagt: 'Liebster Vater, weine nicht, denn mir war nie so wohl: wisse, Sankt Jakob hat mich bis zu dieser Stunde gehalten und mich erquicket mit himmlischer Süssigkeit.'
Das Volk nimmt den Sohn vom Galgen und henkt den Wirt.

   
   

Ausrüstung heute zum Seitenanfang

Ausrüstung eines Jakobspilgers damals      
  • gutes Schuhwerk
  • Trinkflasche: oftmals als Kürbis abgebildet, auch heute noch zu kaufen
  • breiter Hut: gegen Sonne und Regen
  • guter Mantel: Pelerine ( von 'Pélerin' , franz. Pilger)
  • Tasche
  • Stab: als Geh-Hilfe und als Waffe zur Verteidigung gegen böse Hunde und allenfalls gegen Wegelagerer (für an der Seefahrt Interessierte: es gibt den sogenannten 'Jakobsstab' als Messinstrument. Siehe Ausführungen dazu und eine Skizze hier.)
  • Jakobsmuschel : geheftet an Hut oder Mantel 
  • Pilgerausweis: von der Heimatpfarrei ausgestellt 
  • Die Aussehen der PilgerInnen übertrug sich später auf die Darstellung des hl. Jakobus als Pilger. 
    Ursprünglich wurde er als Apostel mit der Bibel in der Hand dargestellt. Weitere Darstellungen des Hl. Jakobus

Jakobus auf dem Jakobsbrunnen Rorschach
Jakobusfigur auf dem Jakobsbrunnen
in Rorschach. Foto:js.

Ausrüstung heute - Packliste
Alle obigen Ausrüstungsgegenstände in moderner und leichter Ausführung.
Zuviel gepackt?  - eine Geschichte zum Schmunzeln.
  • Fast alle tragen auch heute eine Jakobsmuschel mit, meist an einer Kordel umgehängt oder am Rucksack befestigt. Sie kann z.B. in der Pilgerherberge St.Gallen bezogen werden.
    Bestellung für den Versand per Post bei: aktuarin@pilgerherberge-sg.ch
  • Stein von zuhause oder unterwegs. Beim 'Cruz de Ferro' bei Foncebadón (siehe Foto rechts) wird nach alter Tradition ein Stein auf einem riesigen Steinhaufen unter einem Kreuz abgelegt.
    Sinn dieses Rituals:
    was/welche Last möchte ich abladen, ablegen, umwandeln? 
    Tipp: 
    in Foncebadón über den Stein nachdenken. Von Foncebadón bis Cruz de Ferro schweigend gehen. Dann den Stein in einem bewussten Akt (Ritual) ablegen, der Erde zur Umwandlung überlassen.
  • Karte für ärztliche Behandlung für SchweizerInnen im EU-Raum.
  • Pilgerpass - Bestellung

Cruz de Ferro

Beim Cruz de Ferro

   

Informationen zum Seitenanfang

PILGERPASS - CREDENCIAL DEL PEREGRINO - CARTE DU PÈLERIN    
Bestellen hier - Informationen zum Pilgerpass
 
   

Pilgerpass Dachverband Jakobsweg Schweiz
Ansicht Pilgerpass

 

 

   

Literatur zum Seitenanfang

Literatur - Pilgerführer für den Jakobsweg von der Ostschweiz bis nach Santiago
siehe
hier... 
Literatur zu verschiedenen Themen des Jakobsweges findet sich in der Literaturliste.
Sie kann wegen der grossen Anzahl neuer Bücher nicht mehr auf dem neuesten Stand gehalten werden.

 

   
Adressen und Informationen      

Bücherladen online
Schweizerische Fachbuchhandlung zum Jakobsweg: www.shop-jakobsweg.ch von Pierre Schachtler: info@shop-jakobsweg.ch 
Mit riesiger Auswahl an Büchern und Karten zum Jakobsweg.
 

   

Dachverband Jakobsweg Schweiz
Dachverband wichtiger Institutionen und Personen rund um die Jakobswege in der Schweiz
siehe hier...

 

   

Linienbusse nach Spanien und zurück: 

Ab der Schweiz:
Reisebüro ALSA-Eggmann Zürich, Tel.
0041 43 444 65 20. Fahrten in alle grossen Städte Spaniens und zurück ab Basel, Zürich, Bern.
Abfahrten: Dienstag, Donnerstag, Samstag 10.00 Uhr; Ankunft in Irun 05.00 Uhr, in Burgos um 08.00 Uhr am folgenden Tag. Zurück gleiches System.
Preis (2015): Zürich - Irun einfach SFR 155. Santiago - Zürich einfach SFR 202. (Tarife und Fahrpläne)

Ab Deutschland:
Linienbusse Eurolines. Z.B. München-Irun Euros 134; Frankfurt-Irun Euros 123.

Ab Österreich:
zuerst mit Eurolines nach Zürich oder Deutschland, von dort weiter siehe oben.

Weitere Reiseinformationen siehe unter Links 

 

   

Prospekte, Stadtpläne, Posters zum Jakobsweg in Spanien
Spanisches Fremdenverkehrsamt, Seefeldstr. 19, 8008 Zürich. Tel. 044 253 60 50, Mail.

 

   

Unterkünfte in Santiago de Compostela
persönliche Empfehlung

   
     
Home
Home
Pilgerreisen auf dem Jakobsweg
Pilgerreisen

Top

facebook Jakobsweg